Mozartfest
Die Geschichte des Mozartfestes
"Zu Würzburg haben wir unseren teueren Magen mit Kaffee gestärkt, eine schöne, prächtige Stadt", dies berichtete Mozart seiner Frau Constanze, nachdem er auf der Durchreise nach Frankfurt in Würzburg eine Pause eingelegt hatte. Dies war Mozarts einziger persönlicher und direkter Kontakt nach Würzburg.

Die eigentliche musikalische Verbindung Mozarts zu Würzburg besteht seit 1921: Im Sommer wurde ein "Residenzfest" veranstaltet, bei dem das Orchester des "Bayerischen Staatskonservatoriums Würzburg" unter der Leitung seines Direktors Hermann Zilcher mit einer "Musik und Theaterwoche" auftrat. Beim Dirigieren eines Mozart-Konzertes im Kaisersaal der Residenz hatte Zilcher ein eindrucksvolles Erlebnis: "...ich brauchte manche Ornamentik mit dem Dirigentenstab nur nachzuzeichnen und eine innige Vermählung zwischen Ton, Architektur und Farbe fands statt. Die Töne schwebten beinahe sichtbar zu allen Tiepolo’schen Kostbarkeiten hin und diese selbst gaben ihre letzten plastischen Möglichkeiten mit Dank zurück." Der Grundstein für das Mozartfest war gelegt.

Mit der Ouvertüre zur "Zauberflöte" eröffnete Zilcher die "Mozartwoche" vom 17. bis 26. Juni – das erste sogenannte Mozartfest. Aufgeführt wurden zwei Orchesterkonzerte und eine Kammermusik im Kaisersaal, eine Nachtmusik im Hofgarten, im Gartensaal ein Teekonzert mit "Gesellschaftsmusik", das Requiem in der Neubaukirche und eine Oper im Würzburger Stadttheater.

Der 16. März 1945 legte große Teile der Residenz in Schutt und Asche. Obwohl die Gewölbe im Treppenhaus, Kaisersaal und Hofkirche den Bomben widerstanden hatten, lag eine Wiederaufnahme des Mozartfestes in weiter Ferne. Der Initiative des kunstsinnigen Würzburger Oberbürgermeisters Dr. Franz Stadelmeyer ist die Wiederbelebung der Mozartfeste im Jahre 1951 in der Trägerschaft der Stadt Würzburg mit Unterstützung des Bayerischen Rundfunks zu verdanken.

Das Mozartfest hat seit dem Krieg immer wieder neue Impulse erfahren. Seit dem Theaterneubau von 1967 konnte eine Opernpremiere im Rahem des Mozartfestes im Stadttheater stattfinden, die Anzahl der Konzerte wurde erhöht, die Dauer des Festivals auf nun insgesamt vier Wochen verlängert und das Mozartfest seit 1991 mit einem Thema überschrieben. Durch die Gewinnung von Sponsoren und die Gründung des Freundeskreises konnten internationale Künstler gewonnen und der künstlerische Standard ausgebaut werden.

Ziel des Mozartfestes bleibt es, das künstlerische Profil weiter zu schärfen und sich mit dem Engagement weltberühmter Orchester und Musiker im internationalen Festspielmarkt zu behaupten. Dabei geht es aber auch darum, den Charakter des Mozartfestes mit einer familiären Festivalatmosphäre im einmaligen Ambiente der Residenz anspruchsvoll zu erhalten.


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