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Stadt Würzburg empfängt ehemalige Trümmerfrauen

„Sie sind die Heldinnen der Nachkriegszeit. Aber während die Soldaten mit Denkmälern geehrt wurden, mussten Sie lange darauf warten, dass Ihre beispiellose Aufbauarbeit und Ihr aufopferungsvoller Einsatz von der Öffentlichkeit angemessen gewürdigt wurden“, betont Oberbürgermeister Georg Rosenthal im Rahmen des Trümmerfrauenempfanges am gestrigen Montag.

Die Stadt Würzburg lädt alljährlich die ehemaligen Würzburger Trümmerfrauen zum Empfang in den Wappensaal des Rathauses ein, um ihnen für ihren persönlichen Einsatz in der wohl schwierigsten Zeit ihres Lebens Anerkennung zu zollen. Rosenthal: „Diesen Frauen ist es zu verdanken, dass unsere Stadt nach dem Angriff im Zweiten Weltkrieg wieder von den Trümmermassen befreit wurde und somit ein Neubeginn und Wiederaufbau überhaupt erst möglich war.“

Der Oberbürgermeister betonte, dass die Schreckenserlebnisse des Krieges nicht vergessen werden dürften, sondern dass man aus ihnen lernen müsse. In diesem Zusammenhang wies er auf die verschiedenen Events zum Gedenken an den 16. März 1945 hin. Die Erwähnung der beiden Ausstellungen „Von der Gründerzeit bis heute: 111 Jahre bewegte Würzburger Geschichte“ und „Der Zug blieb stehen“ mit Gedächtnisprotokollen von Kriegskindern im Foyer des Rathauses löste bei den Anwesenden spontanen Applaus aus.

Anwesend war Esther Bernsen, Psychologiestudentin der Universität Würzburg. Bernsen strebt für ihre Abschlussarbeit ein Tagebuchprojekt an, das sie im Rahmen des Trümmerfrauenempfanges vorstellte. Die Arbeit soll die psychosozialen Langzeitfolgen des Zweiten Weltkrieges erforschen. Bernsen möchte die Zeitzeugenerinnerungen, sowie auch die Erinnerungen und Erfahrungen von deren Kindern aufarbeiten. Sie verdeutlichte, wie wichtig es sei, dass die nachfolgenden Generationen, die den Krieg nicht mehr selbst erlebt hätten, aus diesen Geschehnissen lernten.

Der Trümmerfrauenempfang fand erstmals 2001 auf Anregung des Freundeskreises Geschichtswerkstatt Würzburg statt. Wie jedes Jahr hatten die Frauen bei einem Schoppen und Gebäck die Möglichkeit, untereinander ins Gespräch zu kommen. Helmut Försch von der Geschichtswerkstatt im VVW legte jedoch Wert darauf, dass das Wichtigste für die Frauen beim Empfang die Begegnung mit alten Bekannten und Freunden, die Möglichkeit zum Austausch über das Erlebte ist, sowie das Zeichen der Anerkennung, das die Stadt mit diesem Empfang setzte.

Nachricht vom 27.3.12 23:44

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