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Erinnern und Begegnen mit ehemaligen jüdischen Würzburgern

Fast hatte es den Anschein eines Klassentreffens, das am letzten Abend der Be-suchswoche „Erinnern und Begegnen“ stattfand: Gemeinsam sind sich die jüdischen Gäste mit ihren deutschen Gastgebern und Organisatoren eine Woche lang begegnet und hatten sich der Vergangenheit erinnert. Der Abschlussabend war dann noch einmal dazu da, dass alle voneinander Abschied nehmen konnten. Denn die vergangene Woche hatte zwar bei manchen wieder Wunden aufgerissen, aber auch so manchen Lebenslauf wieder zusammengeführt, egal ob Schulfreunde oder Nachbarn.
„Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von schönen Tagen“, bedankte sich Rabbi Dr. Ib Nathan Bamberger bei den Gastgebern für diese einzigartige Woche. Er fühle Freundschaft, Liebe und Verständnis, so der Rabbi, der sich auch bei den Betreuern der Gruppe bedankte: „Sie sind von einem leuchtenden Licht für uns Gäste zu einem strahlenden Stern geworden.“ Denn während der Woche sind Gastgeber und Gäste immer enger zusammengewachsen, erlebten gemeinsam das heutige Würzburg, erinnerten sich der Geschichte. "Diese Woche ist die Grundlage für ein neues, gegenseitiges Zusammenleben. Nach anfänglichen gemischten Gefühlen war es ein gegenseitiges Geben und Nehmen", betonte auch Benita Stolz, Mitinitiatorin vom Arbeitskreis „Wir wollen uns erinnern“.
Viele der Gäste, die teilweise aus den Vereinigten Staaten, teilweise aus Israel oder anderen Staaten nach Würzburg gekommen waren, waren sehr beeindruckt. „Es berührte mich im Herzen“, sagte Fred Zeilberger, der als Jugendlicher fünf Konzentrationslager überlebt hatte. Seine Familie und er waren größtenteils 1941 mit dem ersten Deportationszug aus Würzburg in ein Lager bei Riga deportiert worden. Während er mit „Glück“, wie er sagte überlebte, wurden seine Eltern wie auch seine Schwester umgebracht. Er war auch nach dem Krieg nach Würzburg zurückgekommen, bevor er schließlich mit einem Freund in die Vereinigten Staaten auswanderte. Auch wenn er hoffe, nach Würzburg noch einmal wiederkommen zu können, seine Heimat sei inzwischen Amerika geworden.
"Es war mir ein persönliches Anliegen, die ehemaligen jüdischen Bürger in Würzburg zu empfangen“, erklärte Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal seine Beweggründe, die ehemaligen jüdischen Würzburger in ihre Heimatstadt einzuladen: „Ich empfinde große Dankbarkeit für diese Woche
- wir sind uns alle sehr offen begegnet. Es hat mich berührt, mit welcher Offenheit, Herzlichkeit und Wärme wir uns begegnet sind. Dies ist nicht selbstverständlich und es war ein großes Geschenk, dass diese Menschen, die wir entrechtet und vertrieben haben, so offen auf uns zugekommen sind." Rosenthal überreichte jedem der über 20 Gäste zum Abschied einen Tanzenden Schäfer.
Insgesamt eine Woche lang waren über 20 ehemalige jüdische Würzburger zu Gast in ihrer alten Heimatstadt. In dieser Woche erkundeten sie die Stadt und die Spuren ihrer Familien. Sie verlegten Stolpersteine, um an die zu erinnern, die in den Lagern der Nationalsozialisten umgekommen waren. Sie trafen aber auch alte Freunde und begegneten jungen Würzburgern, den sie von ihren dramatischen Erlebnissen während Flucht, Vertreibung und Deportation erzählten. „Das Leben muss weitergehen“, sagte Zeilberger: Aber man dürfe nie vergessen, was passiert ist.

Nachricht vom 25.4.12 19:30

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