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Wuerzburger-Komponist-Wilhelm
Wilhelm Keilmann
Wilhelm Keilmann kam am 4. August 1908 als zweiter Sohn einer Musikerfamilie in Würzburg zur Welt. Nach Umzug nach Aschaffenburg bekam er erste Unterweisungen im Geigen- und Klavierspiel von seinem Vater, einem engagierten Musikpädagogen und exzellenten Musiker. Dann besuchte er die Städtische Musikschule Aschaffenburg, wo er von Hermann Kundigraber und Valentin Härtl unterrichtet wurde. Über die Musikhochschule München führte ihn sein Weg an das Staatskonservatorium Würzburg. Dort studierte er Klavier bei Heinz Knettel, Viola bei Willy Schaller, und Dirigieren sowie Komposition bei Hermann Zilcher, dem Schöpfer der weltbekannten Würzburger „Mozartfeste“, der sein Talent früh erkannte und förderte. 1937 bestand er die Abschlussprüfung in allen Fächern mit Auszeichnung. Zum Examen gehörte auch das Auftragswerk „Hymne an die Schönheit“ (op. 4)—nach Texten von Christian Morgenstern—für gemischten Chor, Sopran und Orchester, das 1937 von der Berliner Sängerin Tilla Briem und den Münchner Philharmonikern in Bad Kissingen uraufgeführt wurde.

Im Anschluss an seine Würzburger Zeit leitete Wilhelm Keilmann für ein Jahr das Orchester des Mainzer Stadttheaters. 1939 heiratete er die Geigerin Hertha Bulle, und sie zogen als Lehrerpaar in die Internatsschule Landheim Schondorf an den Ammersee. Drei Jahre später folgte Wilhelm Keilmann einem Ruf Dr. Bruno Kittels—des damaligen Intendanten des deutschen philharmonischen Chors—nach Berlin. Als Korrepetitor und Chorleiter sah er sich nun mit neuen, begeisternden Aufgaben betraut. Aber es waren die Wirren des Krieges, die ihm eine verheißungsvolle Laufbahn zunichte machten: er wurde 1944 eingezogen und geriet Ende des Krieges in amerikanische Gefangenschaft.

Nach seiner Heimkehr machte er sich auf die schwierige Suche nach einem beruflichen Wiedereinstieg und gründete in seiner Heimatstadt Aschaffenburg ein Symphonieorchester und eine eigene Klavierklasse, die in über zehn Jahren große Anerkennung und Bedeutung erlangte. Zahlreiche öffentliche Schülerkonzerte, teils mit Orchesterbegleitung, liessen mit attraktiven und anspruchsvollen Programmen sein pädagogisches Gespür und künstlerisches Niveau erkennen.

1959 bot sich dann für Wilhelm Keilmann die Möglichkeit nach München zu gehen und als Dozent für Klavier und Komposition am Richard-Strauss-Konservatorium zu unterrichten. Er arbeitete erfolgreich mit dem von ihm eingeführten Fach „Prima-Vista-Spiel“, in dem er in methodisch vorbildlicher Weise eine Anleitung zum Spielen vom Blatt gab. Er verfasste dazu seine „Prima-Vista“ Klavierschule in zwei Bänden (Edition Peters Nr. 8065), die auch ins Englische und Japanische übertragen wurde und so weite Verbreitung in der Klavierpädagogik gefunden hat. Lehrtätigkeit war für Keilmann keine Arbeit im üblichen Sinn, sondern Herzenssache. Seinen pädagogischen Auftrag sah er darin, junge Menschen mit Freude schnell und erfolgreich an die Musik heranzuführen.

Das Klavier ist, neben der Viola, das Lieblingsinstrument Keilmanns gewesen. Er ist als Klavierbegleiter namhafter Solisten aufgetreten, mit Tilla Briem, Lore Fischer, Rudolf Nel, Ludwig Hoelscher, Kieth Engen, Wilhelm Stross, Gerd Hoelscher, Gertraud Stoklassa, Josef Märkl, Rudolf Metzmacher und vielen anderen. Ein großer Teil seines mehr als 60 Opus umfassenden kompositorischen Werks ist für Klavier solo oder führt Klavier als Begleitinstrument an. Keilmann schuf zahlreiche Lieder, Kammermusik und Orchesterwerke, von denen es einige wenige Aufnahmen gibt, etwa die CD "Kammmermusik" des Wilhelm Kempff Ensembles im Jahr 2000 (op. 54, 60 und 65).

Bis ins hohe Alter ließ ihn seine kontinuierliche Schaffenskraft mit großer Konzentration nach der ihm wesentlichen Aussage in seiner Musik suchen. Er fand sie in einer Reihe schwebender Kammermusiken für kleines Ensemble meist mit Klavier, zunehmend minimalistische Perlen von Klängen wie aus fremden poetischen Welten. Nie fühlte er sich einer Zeitströmung verbunden, aber er liebte den Impressionismus von Ravel und Debussy über alles. Seine Kompositionen bekunden den Mut zur Schönheit von Klängen. Durch freie Harmoniefolgen erreicht er klangliche Beruhigung, die gleichzeitig von vitaler Rhythmik durchzogen ist. Seine Freude am Einfall hört man an überraschenden Wendungen und gezielten Dissonanzen. Sein Sinn für Kontraste und sein Temperament machen das Hören kurzweilig, angenehm und tief befriedigend. Ein Markenzeichen von Keilmanns Tönen ist der häufig benutzte Sekundschritt.

Diese Musik transportiert Impressionistisches—„sie scheint manche meiner französischen Gene vibrieren zu lassen“ bekundete der Pariser Naturforscher Prof. Bernard Weill. Wilhelm Keilmann liess sich von Einfällen und Stimmungen leiten, von seinem Herzen, wie er immer wieder bekundete. So schrieb 1985 Ludwig Hoelscher, der auch Keilmanns Violoncello-Sonaten uraufführte, über die Violinsonate op. 54: „Wilhelm Keilmanns Violinsonate hat mich außerordentlich beeindruckt. Gott sei Dank hat er den Mut zur Kantilene, zur Schönheit! Er lässt einem leidenschaftlichen, groß angelegten ersten Satz einen reifen, ungewöhnlich tief empfundenen, wohlklingenden langsamen Satz folgen, dem sich ein mit Humor gewürztes Finale, das hohe technische Ansprüche stellt, anschließt. Reichtum an Einfällen, Ausnutzung faszinierender Klangelemente, wirkungsvolle Gesamtkonzeption, kurz: Ich halte diese Sonate für ein bedeutendes Werk.“

Mit Beendigung seiner Lehrtätigkeit am Richard-Strauss-Konservatorium München im Alter von 67 Jahren zog sich Keilmann ganz ins oberbayerische Bad Kohlgrub zurück, um in Ruhe und schönster Natur zu komponieren. Viele seiner wesentlichen Werke entstanden in den folgenden Jahren. —Ganz in der Nähe hatte er bereits 1966 das Murnauer Kammerorchester gegründet, das er bis 1980 dirigierte, eine große Bereicherung der örtlichen Kulturszene. Ein ganz persönliches Anliegen war ihm auch die Arbeit mit dem Kohlgruber Kirchenchor, den er mit engagiertem Einsatz zu beachtlichen Leistungen führte. Und mit seinen wöchentlichen, mit Humor gespickten Impressionen zum Thema „Musik als Therapie“ im heimischen Kursaal brachte er so manchen Erholungssuchenden auf den Weg, sein inneres Gleichgewicht wieder zu finden.

Die von ihm und seiner Frau Hertha über Jahrzehnte im gemeinsamen „Haus Harmonie“ durchgeführten Meisterkonzerte waren weit über die Region hinaus bekannt. Zahlreiche begehrte Solisten seiner Zeit wie Elly Ney, Ludwig Koelscher, Magda Rusy, Wilhelm Stross, Denes Zsigmondy, Josef Märkl, Detlef Kraus, Rudolf Metzmacher, Kieth Engen oder Pamela Coburn fanden sich regelmäßig ein und schätzten den direkten Kontakt zu ihrem Publikum fernab der Großstadt in privater, künstlerisch anspruchsvoller Atmosphäre.

Wilhelm Keilmann war ein Musiker und Komponist, der weniger nach dem Rampenlicht der Öffentlichkeit strebte, sich aber mit seinem ganzen Sein, seinem ganzen Herzen der Musik verschrieben hatte, um das weiterzugeben, was die Schönheit der Musik so intensiv erleben lässt—die Harmonie. Am 14. November 1989 verstarb Wilhelm Keilmann ganz unerwartet bei einem Kurzbesuch in Südtirol und fand seine letzte Ruhe auf dem Rochus-Friedhof in Bad Kohlgrub.

Keilmann und Tagores Gitanjali
Wilhelm Keilmann war ein Freund der Lyrik, sicher schon seit er als junger Mann in einer Buchhandlung angestellt war und dort Muße zum Lesen hatte. Er sprach und schrieb gerne in Reimen und er war zeitlebens auf der Suche nach Gedichten, die ihn zu schöpferischem Komponieren anregten. Tagore muss ihn früh beeindruckt haben, er hatte sein schönes, bärtiges Antlitz über seinem Klavier hängen, wie sich seine Schülerin Thekla Dietrich, geb. Maier, erinnert. Dieser Dichter, Maler und Komponist aus Kalkutta hatte 1913 den Literaturnobelpreis für seine 157 Lieder umfassende Gedichtsammlung „Gitanjali“ (dt. Sangesopfer oder Liedopfer) erhalten, die 1910 in Bengalisch erschienen waren, „auf Grund der tiefen und hohen Beziehung sowie der Schönheit und Frische seiner Dichtungen, die auf eine glänzende Weise sein dichterisches Schaffen auch in dessen eigentümlichem englischen Gewand der schönen Literatur des Abendlandes einverleibt.“ Erst im gleichen Jahr, während eines 16-monatigen Aufenthalts in England und Amerika, hatte er 103 dieser Gedichte selbst ins Englische übersetzt und als Gedichtband „Gitanjali“ veröffentlicht. Seine Übersetzungen hielten sich nicht an die zum Singen eingerichtete Versform des Originals, sondern sind in einer rhythmischen Prosa verfasst und oftmals sehr frei am Original orientiert. Die für europäische Leser völlig unbekannte Metaphorik beeindruckte die Ersthörer seiner Gedichte in England zutiefst.

Die Gitanjali verdichten religiös mystische Aussagen der mehrtausendjährig tradierten hinduistischen Philosophie, Lieder als Opfergesang vor und zum Sonnenaufgang zu singen, wie sie Rabindranath Tagore als Junge an der Hand seines Vaters hörte und erlebte.

Wilhelm Keilmann kannte den Originalklang solcher Gesänge wohl nicht. An der von Tagore autorisierten Übersetzung ins Deutsche (Marie Luise Gothein 1914) dürften ihn die lebhaften Bilder und die Verehrung der Natur, aber auch das Zwiegespräch mit dem Höheren fasziniert haben, die Wilhelm Keilmann im Jahre 1988 kontemplative Weisheit dieser Lyrik beschäftigte sein Gemüt. Seine Auswahl von acht Gesängen gilt der Freude, dem Singen, dem Licht und der Freiheit, in einem Spannungsbogen zwischen Morgenfrühe und Nacht. Er hat diese Komposition in seinen siebziger Jahren geschaffen, für und in stetem Austausch mit dem Bassbariton Keith Engen. Mit ihm hat Wilhelm Keilmann seine „Gitanjali – acht Gesänge“ ab 1982 selbst in Konzerten aufgeführt, zuletzt im März 1987 im Schloss Elmau. Zusammen mit seinem später entstandenen Liederzyklus „Vollmondnächte“ op. 62 nach japanischen Gedichten verkörpern die „Gitanjali“ Keilmanns musikalisches Schaffen in reinster Form.


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