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Der heilige Adalbero
vor 1000 Jahren geboren der Namensgeber des Sanderauer Domes"
Adalbero entstammte dem Grafengeschlecht Lambach in sterreich und ist vor 1000 Jahren, im Jahre 1010, als Graf von Lambach-Wels geboren.

Wo heute in Lambach der Gebudekomplex der Benediktinerabtei steht, befand sich frher die Stammburg der Grafen von Lambach-Wels, des damals mchtigsten Geschlechts zwischen Inn und Enns, das zu den Adelsgeschlechtern gehrte, von denen die bayerische Kolonisation ausging. Sein Vater war Graf Arnold II., den Kaiser Konrad II. 1036 zum Markgrafen der Steiermark erhob. Seine Mutter Reginlindis stammte mglicherweise aus dem lothringischen Herzogshaus. Aus der Ehe Graf Arnolds mit Reginlindis sind vermutlich drei Shne hervorgegangen: Gottfried, Arnold III. und als jngster Adalbero.

1050 kamen bei einem berfall auf die Stammburg Adalberos Mutter sowie beide Brder ums Leben. Sein Vater Arnold II. berlebte den berfall nur kurze Zeit: So wurde Adalbero der letzte berlebende mnnliche Spross des Hauses der Grafen von Lambach-Wels. Adalbero verbrachte seine ersten Jahre auf der vterlichen Burg. Nach seiner Lebensbeschreibung schickte ihn sein Vater frh in die Wrzburger Domschule. Er studierte in Wrzburg und Paris. Nach Wrzburg zurckgekehrt, wurde er Kanoniker. Am 30. Juni 1045 fand seine Wahl zum Bischof von Wrzburg statt. Er war der Zwanzigste in der Reihe der Wrzburger Bischfe. Besonders in den ersten zwlf Regierungsjahren entfaltete Adalbero eine rege kirchliche Ttigkeit. Auch als bedeutender Bauherr ist er in die Geschichte des Bistums eingegangen. Nach Brunos Tod fhrte er mit neuen Plnen den Wrzburger Dombau weiter; so wurde die unter Bruno erbaute Ostkrypta von Adalbero wesentlich erweitert, ebenso der Ostchor. Er lie die Westtrme errichten und im Anschluss daran das Langhaus. Adalbero ist Grnder des Stiftes Neumnster und Bauherr der Neumnsterkirche. Auch um die Erhaltung der Marienkirche auf dem Marienberg hat sich Adalbero sehr bemht. Die berhmten romanischen Basiliken von Schwarzach am Main und Lambach hat Adalbero errichten lassen. Er darf wohl als einer der bedeutendsten Bauherren seiner Zeit bezeichnet werden.

In dem Kampfe zwischen Kaiser Heinrich IV. und dem Papst Gregor VII. Investiturstreit - stand Adalbero auf Seiten des Papstes. Als er im Jahre 1085 den vom Kaiser Heinrich IV. ernannten Papst Klemens IV. nicht anerkennen wollte, wurde Adalbero abgesetzt und verbannt. Er begab sich nach dem von ihm begrndeten Kloster Lambach, das inzwischen vom Schloss zum Kloster umgewandelt war, wo er noch fnf Jahre lebte und dort am 6. Oktober 1090 starb. Er liegt in der von ihm vollendeten Abteikirche bestattet. An seinem Grabe sollen sich verschiedene Wunder ereignet haben.

Adalbero hat das, was von seinem vterlichen Besitz in Obersterreich briggeblieben war, dem Bistum Wrzburg vermacht. Es sind die praedia herbipolensia, die Wrzburger Gter. Die einzige Bedingung, die Adalbero an sein Erbe geknpft hatte, war die, dass der Wrzburger Bischof jhrlich einmal nach Lambach zur Revision kommen solle. Als das Hochstift um 1220 wirtschaftliche Probleme hatte, wurde Adalberos Erbschaft fr 1500 Silbermark an Herzog Leopold VI. von sterreich verkauft. Damit war die Bindung zwischen Wrzburg und Lambach unterbrochen.

Der Bau der einzigen Kirche in Deutschland, die dem hl. Adalbero geweiht ist, im Wrzburger Stadtteil Sanderau, fllt ins letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts und verdankt ihre Entstehung der Initiative eines lokalen Kirchenbauvereins.

Die Aufhebung der Festungseigenschaft fr die Stadt Wrzburg durch die knigliche Verfgung vom 26. September 1856 sowie die planmige Niederlegung der Festungswlle seit 1869 hatten die Voraussetzung geschaffen fr die Ausdehnung der seit Jahrhunderten von Mauern umschlossenen Stadt. Es standen schon vor der Entfestigung der Stadt einige wenige Huser in der Sanderau. Der grte Teil der Sanderau wurde fr Garten- und Weinbau genutzt, Straennamen wie Weingartenstrae oder Traubengasse erinnern noch heute daran. Der neue Stadtteil entwickelte sich rasch und schon bald war dessen Bevlkerung so angewachsen, dass die zustndige Pfarrei St. Peter und Paul die zustzlichen Glubigen aus der neuen Vorstadt nicht mehr mit betreuen konnte. So wurde in einer Versammlung der Sanderauer Katholiken am 7. Januar 1875 der Katholische Kirchenbau-Verein Sanderau ins Leben gerufen, dessen Ziel die Planung, Finanzierung und Errichtung einer eigenen Pfarrkirche fr die Vorstadt sein sollte.

Ursprnglich sollte Maria die Patronin der neu zu errichtenden Kirche werden, doch infolge der Heiligsprechung des Wrzburger Bischofs Adalbero nahm man davon Abstand und vertraute nun dem Lokalheiligen den Schutz des Gotteshauses an. Ab der Grndung des Kirchenbauvereins dauerte es zwanzig Jahre bis am 18. Februar 1895 die Generalversammlung des Kirchenbauvereins den Beschluss fasste, mit dem Bau zu beginnen. Diese zwanzig Jahre bentigte man zur Finanzierung des Projekts, das sich auf 500 000 Mark belaufen sollte. Aufgebracht wurde diese Summe letztendlich durch Mitgliederbeitrge, Spenden, Stiftungen, Schenkungen, staatliche und stdtische Zuschsse sowie eigens fr den Kirchenbau veranstaltenden Lotterien.

Zum grten Frderer dieser Kirche wurde der erste Vorsitzende des Kirchenbauvereins, der Universittsprofessor Dr. Franz Adam Gpfert. Allein sein Beitrag zum Kirchenbau belief sich auf 100 000 Goldmark und machte somit ein Fnftel der zu erbringenden Summe aus. Am 14. Februar 1890 war es, als jene Urkunde notariell beglaubigt wurde, kraft derer ein Privatier namens Joseph Urlaub der rasch wachsenden Gemeinde katholischer Christen in der Sanderau ein Areal zwischen Franz-Ludwig-, Frieden- und Neubergstrae als Kirchenbauplatz schenkte.

Am 5. Juni 1890 erfolgte die Genehmigung des Bischflichen Ordinariats unter Bischof Franz-Joseph Stein zu Planung und Bau. Am Heiligabend 1892, als die Sicherstellung der Finanzierung schon absehbar war, verpflichtete der Kirchenbauverein mit Franz Joseph Ritter von Denzinger einen namhaften Architekten dieser Zeit. Zum Zeitpunkt der Planung fr St. Adalbero war Denzinger als staatlicher bayerischer Dombaumeister gerade mit der Restaurierung und Vollendung der Dome von Frankfurt und Regensburg beschftigt. Die Plne fr die Kirche St. Adalbero, so wie wir sie heute kennen, konnte Denzinger zwar noch im Mastab 1 : 100 vorlegen, doch dann riss ihn der Tod am 14. Februar 1894 mitten aus seiner Arbeit.
Mit Joseph Schmitz bernahm im Mai 1894 ein zeitweiliger Mitarbeiter Denzingers die Leitung des Unternehmens sowie die weitere Ausarbeitung der Plne. Joseph Schmitz, der Dombaumeister des klassischen Industriezeitalters, ist am 8. November 1860 in Aachen geboten und am 29. Mrz 1936 in Nrnberg verstorben. Als staatlicher bayerischer Dombaumeister und Fachberater der obersten Baubehrde oblag Schmitz spter die Restaurierung der beiden groen Nrnberger Stadtkirchen St. Sebald und St. Lorenz. Erfahren durch die hierbei erworbenen Kenntnisse der mittelalterlichen Baukunst trat Schmitz auch bald als eigenstndiger Kirchenbauarchitekt, hauptschlich in Franken, hervor. Fr Wrzburg schuf er neben St. Adalbero auch noch St. Josef in Grombhl sowie die Klosterkirche der Kongregation der Schwestern des Allerheiligsten Erlsers in der Ebracher Gasse. Hchster Ausdruck der Anerkennung fr Schmitz war es, als die deutsche Kommission in Berlin veranlasste, dass Bilder, Plne und ein groes Holzmodell der Adalberokirche 1900 auf der Weltausstellung in Paris zu sehen war.

Nach Genehmigung der Plne begann man am 24. Mai 1895 mit den Bauarbeiten. Mitte September 1895 war das Fundament gelegt, und so konnte am 22. September 1895, also genau zwanzig Jahre nach der Grndung des Kirchenbauvereins, die feierliche Grundsteinlegung durch Bischof Dr. Franz Joseph von Stein vorgenommen werden. Fnf Jahre spter, am 20. Februar 1900, war der Kirchenbau vollendet. Da ein zu den Kirchenweihhandlungen verlangtes Umschreiten der Kirche zunchst wegen des Urlaubs-Hauses unmittelbar vor dem Portal der Kirche nicht mglich war, erfolgte am 13. Oktober 1901 durch Bischof Ferdinand Schlr nur die sogenannte Benediktion. Dies war ein besonderer Festtag fr die Sanderau. Unter lebhafter Beteiligung der gesamten Bevlkerung fand die feierliche Benediktion der Kirche statt und das erste festliche Hochamt wurde in der Kirche zelebriert.

Die Adalberokirche ist dem Flchenraum nach die drittgrte Kirche der Stadt, grer sind der Dom und Stift Haug. Die neue Kirche hatte die Etappen einer Filiale von St. Peter und Paul ber die Expositur zur eigenen Pfarrei 1914 zu durchlaufen. Die Errichtung der Expositur St. Adalbero erfolgte am 28. Januar 1905. Damit gehrte die St. Adalberokirche zwar immer noch zur Pfarrei St. Peter und Paul, aber der Expositus war stellvertretender rector ecclesiae von Adalbero und hatte damit hier eine ganze Reihe seelsorglicher Funktionen selbstndig zu verwalten. Zum Expositus wurde der bisherige Kaplan fr die Sanderau, Christian Schmelz, bestellt.

Die heilige Erstkommunion der Kinder der Sanderau wurde zum ersten Male am Ostermontag 1908 in St. Adalbero gefeiert. Inzwischen war durch reiche Stiftungen und Schenkungen der Bevlkerung nicht nur fr die innere Ausstattung der Kirche gesorgt worden, sondern auch eine reich dotierte eigene Kirchenstiftung St. Adalbero begrndet worden, wodurch auch eine feste wirtschaftliche Grundlage fr die Errichtung einer neuen, selbstndigen Pfarrei gesichert war. Am 15. Juni 1913 gab Prinz Ludwig, der damalige Verweser Bayerns, seine Zustimmung zur Errichtung der neuen Pfarrei, und am 15. Februar 1914 wurde die Errichtungsurkunde von Knig Ludwig III. unterzeichnet.

Die bischfliche Genehmigung zur Errichtung der neuen Pfarrei erfolgte am 23. Februar 1914 durch Bischof Ferdinand von Schlr. Als Tag der Errichtung wurde der 22. Mrz 1914 bestimmt, mit welchem Tag auch der bisherige Expositus Schmelz zum Pfarrverweser von St. Adalbero bestellt wurde, der dann unterm 20. Mai 1914 auch zum ersten Pfarrer ernannt und nach erfolgter Zustimmung des Knigs am 15. Juni 1914 installiert wurde.

Die erste eigene Fronleichnamsprozession fand 1915 in der Pfarrei statt. Die Weihe von St. Adalbero blieb schlielich Bischof Matthias Ehrenfried am 25. November 1934 vorbehalten.

Bereits elf Jahre nach der Weihe hatten am 16. Mrz 1945 Spreng- und Brandbomben Dcher und Gewlbe der Kirche vollstndig vernichtet, einzig die Marienkapelle im Ostteil bleib unversehrt. Es gelang zwei mutigen Mnnern noch, in die Sakristei einzudringen und den grten Teil der kunstvollen Paramente und sonstige wertvolle Kunstgegenstnde zu retten. Am folgenden Morgen war die Kirche nur noch eine rauchende Ruine. Nur wie durch ein Wunder waren die meisten herrlichen Kunstwerke innerhalb des Kirchenraumes von der Vernichtung verschont geblieben.

Im Ehehaltenhaus, das mitten in den Trmmern stehen geblieben war, wurde die vorlufige Pfarrverwaltung und in der Kapelle der Pfarrgottesdienst eingerichtet. Auch mit den evakuierten Pfarrangehrigen wurde durch Rundschreiben wieder Verbindung aufgenommen. Am 7. Juli 1945 wurde Valentin Schober zum neuen Pfarrer von St. Adalbero ernannt. In unermdlicher, rastloser Arbeit ging er zusammen mit Kaplan Heler an den Wiederaufbau der Pfarrei. Ein groer Freudentag fr die so wieder neu erstehende Pfarrei war der Grndonnerstag, 18. April 1946, an dem zum ersten Male wieder Gottesdienst in der notdrftig wiederhergestellten St.-Adalbero-Kirche abgehalten werden konnte.

Die am 7. Juli 1945 begonnenen Wiederaufbauarbeiten am Sanderauer Dom, wie das Gotteshaus von den Glubigen auch genannt wurde, konnten am 10. September 1952 abgeschlossen werden.

Von 1989 bis 1992 erfolgte dann die grundlegende Renovierung und Restaurierung der Kirche. Unter Bercksichtigung aller denkmalpflegerischen Auflagen entstand die Kirche St. Adalbero in ihrer alten Schnheit wieder.


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