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Max Ludwig Mohr
Max Mohrs Vater Leon Mohr ist auf dem jüdischen Friedhof in der Werner-von-Siemens-Straße beigesetzt. Das Eckgebäude Rottendorfer Straße 1 war vor dem 2. Weltkrieg im Besitz von Moritz Mohr bzw. seines Sohnes Leon Mohr. Moritz Mohr wurde am 10. Februar 1810 in Höchberg geboren. Er gründete in Würzburg eine Malzfabrik, deren Teilhaber und späterer Mitbesitzer Lazarus Adler wurde und kaufte im Oktober 1871 das Wohnhaus Rottendorfer Straße 1. Moritz Mohr starb 1887.

Leon Mohr, sein Sohn, ist am 28.Januar 1855 in Höchberg geboren. Bereits seit 1881 war er mit Johanna - Jeannette, wie sich Johanna Mohr später nannte, geborene Ullmann, verheiratet, die am 8. November des gleichen Jahres ihre Tochter Irma gebar. Am 31. März 1883 kam die nächste Tochter, Hedwig Mohr, zur Welt. Am 17. Oktober 1891, folgte der Sohn Max Ludwig Mohr. Leon Mohr war wie sein Vater Malzfabrikant und wohnte in der Rottendorfer Straße 1, was auch sein Besitz war. Er übernahm den väterlichen Betrieb, die Mohrsche Malzfabrik, später Adler & Blum, mit dem Schwager Lazarus Adler. Bereits vor 1900 hatte sich Leon Mohr in den Ruhestand zurückgezogen. Er ist am 3. Juli 1910 hier in Würzburg gestorben und wurde auf dem Israelitischen Friedhof an der jetzigen Werner-von-Siemens-Straße beerdigt. Die Fabrik, die später verkauft wurde, aber unter dem Namen Mohr´sche Malzfabrik bis 1931 existierte, befand sich in der Alten Kasernenstraße 16 und zählte damals zu den größten jüdischen Unternehmen in Würzburg.

Johanna Mohr, die Frau Leons, verließ 1933 Würzburg, um die letzten Jahre ihres Lebens in München zu verbringen. Dort starb sie am 29. Juli 1941. Ihre Tochter Hedwig Mohr wurde in der Nazi-Zeit in Theresienstadt ermordet.



Max Ludwig Mohr, der Sohn, wurde am 17. Oktober 1891 in Würzburg geboren und verbrachte hier seine Jugend- und Gymnasialzeit. Als Sanitätsoffizier beginnt Max Mohr 1914 zu schreiben. Seine Romane, darunter die 1992 neu aufgelegte Großstadt-Satire „Venus in den Fischen“, bleiben zu Lebzeiten weithin unbeachtet. Erfolg dagegen haben seine Dramen: Mit dem Erstling „Improvisationen im Juni“ feiert Mohr 1922 einen großen Erfolg am Münchner Residenztheater. Um die Uraufführung von „Ramper“ streiten sich drei Jahre später schon fünf Theater. Am Ende einigt man sich darauf, die Sozialfarce an den großen Häusern in München, Hamburg, Karlsruhe, Mainz und Bochum gleichzeitig aufzuführen. 1927 wird das Erfolgsstück mit Paul Wegener in der Titelrolle als „Ramper, der Tiermensch“, verfilmt. Die gleichnamige Rundfunkaufnahme ist noch im selben Jahr in London und New York zu hören.

Am 13. November 1937 starb Max Mohr 46-jährig in Shanghai infolge Überarbeitung an einem Herzschlag. Drei von Max Mohrs Romanen sind in den letzten Jahren erneut publiziert worden: „Venus in den Fischen“, eine Satire um Großstadtleben, Astrologie, Geburtshilfe und das Verhältnis der Geschlechter, „Frau ohne Reue“, die Beschreibung des Wegs einer Frau aus der Gebundenheit in ein Leben frei von allen Beziehungen, und „Das Einhorn“.

Um den Autor in seiner Geburtsstadt bekannter zu machen, wurde sein Name auf Antrag von Stadtrat Willi Dürrnagel in die Vormerkliste für Straßennamen aufgenommen. Bis heute fehlt im Stadtplan allerdings eine Max-Mohr-Straße. Rottach-Egern hat eine Max-Mohr-Straße.

Im Februar 2002 führte das Theater Chambinzky auf Anregung von Dr. Roland Flade Max Mohrs „Ramper“ auf.

Dies in Kürze zu Max Mohr. Ausführlich ist das Leben des „Würzburger“ Schriftstellers auf der Homepage beschrieben, für die ich sehr dankbar bin.

Max Ludwig Mohr

Bild und Text: Willi Dürrnagel


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