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Wuerzburger Jubilaeums-Marken
Einige ältere Würzburger Bürgerinnen und Bürger können sich vielleicht noch daran erinnern, in ihrer Jugend Reklamemarken auf der Rückseite von Briefen geklebt zu haben. Damals wurden sie von alt und jung mit Begeisterung gesammelt. Die meisten Marken sind bei der Zerstörung Würzburgs 1945 verbrannt; ein Teil wanderte vermutlich in den Abfall und nur wenige wurden aufgehoben. Leider wird in der heutigen Zeit nur noch sehr selten mit Reklamemarken geworben.

Diese Marken sind auch ein Stück Stadt- und Kulturgeschichte. Sie dokumentieren einen Abschnitt der Werbung in der Zeit von etwa 1880 bis nach dem Ersten Weltkrieg und sind es wert, wieder in Erinnerung gerufen zu werden.
Der verdienstvolle vor zwei Jahren verstorbene Würzburger Sammler Robert Wagner hat sich um die Katalogisierung der Würzburger Reklamemarken sehr bemüht und ihren Werdegang erforscht. Er hat die allmähliche Entwicklung des Briefverschlusses zur Reklamemarke verfolgt.

Früher verschloß man ja den gefalzten und ineinandergeschobenen Briefbogen mit Siegellack oder mit einer Oblate. Dies änderte sich um 1840 mit der Erfindung des Briefumschlages und seiner maschinellen Herstellung in England. In Deutschland setzte sich der Briefumschlag nur langsam durch, da er zur Sicherung des Briefgeheimnisses noch mit Siegellack verschlossen werden mußte. Als zu Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts diese postalische Bestimmung wegfiel, war der Weg frei für die gedruckte Siegelmarke.
Mit Initialen oder Wappen, gedruckt oder geprägt, wurde die runde Form des Siegels zunächst beibehalten. Schon bald begann man, für besondere festliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Kongresse derartige runde, geprägte Siegelmarken als Briefverschluß zu benutzen.

Bereits 1879 „markierte“ man bei einer Ausstellung in Sydney/Australien auf diese Weise alle zum Verkauf gekommenen Waren. Um 1894 ging man dazu über, diesem Reklamemittel die Form kleiner Bilder zu geben, Kunst und graphische Technik eiferten miteinander, diese „Plakate en miniature“ würdig und zeitgemäß wirkungsvoll zu gestalten. Die frühesten bekannten Reklamemarken wurden für Ausstellungen geschaffen. Die Idee war, Ausstellungen, Jubiläen und interessante Veranstaltungen mittels dieser Briefsiegelmarken in weiten Kreisen bekannt zu machen. Vor allem Geschäfte und Firmen machten von diesem neuen Werbeträger eifrig Gebrauch. Die Tabakfabrik Joseph Schürer, Würzburg, warb für „WUPPDICH Aromatische Prise in 10 Pfennig-Fläschchen und Paketchen“ und die Firma Heinrich Jordan & Cie, Fabrik für Mattirungs- Präparate, Holzbeizen, etc. warb mit „JORDANOL“ ist allzeit voran! Man erkannte die Werbewirksamkeit dieser Kleinplakate und die moderner werdenden Druckverfahren ermöglichten Großauflagen.
Die kleinen Bildchen, oft wahre Kunstwerke, erlangten rasch eine solche Beliebtheit, daß bereits 1898 ein spezielles Sammelalbum hierfür angeboten wurde.

Die älteste Würzburger „Gelegenheitsmarke“, eine Marke für besondere Anlässe, stammt aus dem Jahre 1887 und wirbt für eine „Katholische Kirchenbau-Geld-Lotterie, zum Bau der Adalberokirche in der Sanderau – Würzburg“ (Vielleicht eine Anregung aus dem vorigen Jahrhundert zur derzeitigen Renovierung der Marienkapelle!). Ein Großteil der Gelegenheitsmarken entstand zwischen 1900 und 1914. Manche Marken wurden in bis zu sechs verschiedenen Farben aufgelegt; Stadtansichten gab es mit und ohne Firmenaufdruck; viele Marken wurden nicht nur für eine Firma gedruckt, sie erschienen in mehreren Städten mit dem jeweils entsprechenden Firmenaufdruck, z.B. die Serie 14, Münchhausen, die in unserer Stadt mit dem Aufdruck „G.M. Roth, Seifenfabrik Würzburg“ versehen wurde.

Auch der damals junge „General-Anzeiger“, gegründet 1883, bediente sich dieses neuen Werbemittels und brachte Marken für seine Leser heraus. Neben den Serien „Fränkische Burgen“ und „Aus Frankens Gauen“ gab es noch eine Fülle von Marken mit Würzburger Stadtansichten. Um die Stadtansicht war die Werbeschrift zu lesen, wie z.B. : „Würzburger General- Anzeiger Abonm. monatl. 50 Pfg. ist in den Familien so beliebt wie kein anderes Blatt“. Auch an die Kinder wurde gedacht, für die „Illustrierte Jugend-Zeitung des Würzburger General-Anzeigers“ gab es die Reklamemarken „Gruß von Onkel Franz“ mit Abbildungen aus dem Kinderreich, wie Robert Wagner herausfand.
Eine schön gestaltete Marke brachte auch die „Fränkische Gesellschafts-Druckerei GmbH Würzburg Markt 9 Verlag des Fränkischen Volksblatt, Fränkischer Bauer und Katholisches Sonntagsblatt“ heraus.

Die neue Art der Werbung hatte sich um die Jahrhundertwende überall durchgesetzt. Neben den Firmen nutzten auch Ausstellungsveranstalter die dann meist rechteckigen Marken, wie vorher die Siegelmarke, zur Werbung. Zur VII. Süddeutschen Junggeflügel-Schau in Würzburg vom 23. – 25 November 1912 schuf die Druckerei Stürtz mehrere nett gestaltete Marken. Marken, die die Schönheit der Städte oder Landschaften im Bild vorstellten, wurden vor allem von Fremdenverkehrsvereinen herausgegeben.
Auch die Universität Würzburg schuf schön gestaltete Marken, genauso wie die Wuerzburger Studenten-Corporationen, die ihre Marken von der bekannten Druckerei Franz Scheiner, Graphische Kunstanstalt, drucken ließen. Das „Würzburger Puppenfest 1913“ war ein besonderes Ereignis, das einer Marke würdig war.

Lange vor den Festtagen zur Hundertjahrfeier der Zugehörigkeit Würzburgs zum Königreich Bayern 1914 erschienen durch die Stadt Würzburg mehrere Marken. Bei der Gestaltung ging man so königstreu wie möglich vor und stellte neben dem Löwen die bayerischen Rauten, Wecken genannt, in den Mittelpunkt der Abbildungen. Doch auch Frankonia und die alten fränkischen Trachten erscheinen auf den Marken. Und es darf auch das Symbol des Fürstentums Würzburg nicht fehlen – „ein schräg, rechts gelegtes, von Rot und Silber gevierteltes und zweimal gekerbtes Fähnchen an einer goldenen Lanze“.

Um diese Zeit war das Sammeln der Reklamemarken ein regelrechter Volkssport, der leider mit dem Kriegsbeginn 1914 ein Ende fand. Doch auch die Freunde des „Volks- und Hallen-Schwimm-Bad Würzburg“ beklebten Jahre später ihre Briefe mit einer Marke. Heute ist diese Art der Werbung nur noch selten üblich. Die Reklamemarken sind eine Erinnerung an der „guten, alten Zeit“ geworden. Eigentlich schade.

Foto und Text: Willi Dürrnagel


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