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  Was macht das Herz schwach? Herzforscher untersuchen Würzburger Bürger


Viele Würzburger erhalten in den nächsten Monaten Post vom STAAB-Studienzentrum des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) Würzburg: Sie wurden zufällig ausgewählt für eine freiwillige Teilnahme an der STAAB Kohortenstudie. Erstmals untersuchen Wissenschaftler der Universität und der Uniklinik Würzburg in einer breit angelegten Studie, wie häufig Herzschwäche in der Würzburger Bevölkerung auftritt und welche Faktoren die Krankheit auslösen.

Viel Bewegung, gesunde Ernährung und nicht Rauchen – wer nach diesen Grundsätzen lebt, hat meist ein geringes Risiko für eine Herzkrankheit. Doch auch wenig steuerbare Faktoren wie etwa die genetischen Anlagen haben Einfluss darauf, warum ein Mensch herzkrank wird und ein anderer nicht.

„In der STAAB-Kohortenstudie möchten wir herausfinden, welche Faktoren eine Herzschwäche begünstigen“, sagt der Würzburger Kardiologe Stefan Störk, der zusammen mit dem Epidemiologen Peter Heuschmann die Studie leitet. „Wir erhoffen uns, daraus gezieltere Vorsorgestrategien entwickeln zu können. Das würde vor allem den Menschen helfen, die ein erhöhtes Risiko für Herzschwäche haben oder schon an einer frühen Form der Erkrankung leiden.“
Stadt Würzburg unterstützt die Studie
Dieser Forschungsansatz findet bei der Stadt Würzburg große Zustimmung: „Wir wollen die Gesundheit der Würzburgerinnen und Würzburger fördern. Deshalb unterstützen wir diese Studie und ermuntern alle Würzburger an der Studie teilzunehmen“, sagt Würzburgs Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake. Über das Einwohnermeldeamt der Stadt werden die möglichen Teilnehmer mit Hilfe eines Zufallsgenerators ermittelt und in den nächsten Wochen angeschrieben. Insgesamt wollen die Wissenschaftler in den nächsten Jahren eine Stichprobe, auch Kohorte genannt, von zunächst 3.000 Würzburgerinnen und Würzburgern im Alter zwischen 30 und 79 Jahren untersuchen.
Wie viele Würzburger sind von Herzschwäche betroffen?
„Wir möchten wissen: Wie häufig kommt die Herzschwäche tatsächlich in der Bevölkerung vor? Deshalb suchen wir für unsere Studie nicht gezielt nach Patienten, die schon an einer Herzschwäche leiden, sondern untersuchen eine zufällige Stichprobe aus der Bevölkerung“, erklärt Studienleiter Peter Heuschmann, der als Epidemiologe die Häufigkeit von Krankheiten in der Bevölkerung erforscht. „Wenn möglichst viele der ausgewählten Personen auch teilnehmen, verbessert das die Aussagekraft unserer Studie.“ Dann können die Wissenschaftler künftig genauere Empfehlungen für die Vorbeugung und für die frühzeitige Behandlung der Herzschwäche ableiten.
Umfangreicher Gesundheits-Checkup
Die Teilnehmer der Studie erhalten einen ausführlichen Gesundheits-Checkup, unter anderem mit umfangreicher Untersuchung des Herzens und der Gefäße, der Lungenfunktion und des Zucker- und Fettstoffwechsels. Eine Behandlung ist im Studienzentrum nicht möglich, jedoch erhält jeder Studienteilnehmer einen Auszug der Untersuchungsergebnisse, die er mit seinem Hausarzt besprechen kann.
Im Rahmen der Studie wird größter Wert auf die Einhaltung aller datenschutzrechtlichen Bestimmungen, die Wahrung der Privatsphäre sowie die Vertraulichkeit der Daten gelegt. Die Teilnehmer werden im Voraus umfassend über den Ablauf der Studie und den Datenschutz informiert. Nach drei Jahren können die Studienteilnehmer an einer weiteren freiwilligen Untersuchung teilnehmen. So erhoffen sich die Wissenschaftler verfolgen zu können, wie sich der Gesundheitszustand der Teilnehmer verändert.
Hintergrund STAAB-Studie
Die STAAB Kohortenstudie ist ein gemeinsames Projekt von Kardiologen des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz sowie von klinischen Epidemiologen des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg. Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz ist eine Einrichtung der Universität und des Universitätsklinikums Würzburg und wird vom Bundesforschungsministerium als Interdisziplinäres Forschungs- und Behandlungszentrum gefördert. Seit seiner Gründung im Jahr 2010 erforscht das DZHI die Grundlagen der Herzinsuffizienz und arbeitet an einer verbesserten Behandlung der Erkrankung.
Weitere Informationen über die Studie erhalten Sie im Internet unter www.dzhi.de/aerzte/studien/staab
Hintergrund Herzinsuffizienz
Etwa 2 bis 3 Millionen Menschen bundesweit leiden an Herzinsuffizienz, vor allem ältere Menschen sind davon betroffen. Über die frühen Formen der Herzschwäche ist bisher wenig bekannt. Denn normalerweise suchen Patienten erst dann einen Arzt auf, wenn sie entsprechende Beschwerden haben. Eine frühe Form der Herzschwäche wird eher zufällig entdeckt. Meist verläuft die Herzschwäche als chronisch fortschreitende Krankheit, die einer dauerhaften und umfangreichen Behandlung bedarf. Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herzschwäche (Stadium A) oder Erkrankte, die an einer frühen, symptomfreien Form der Erkrankung (Stadium B) leiden, können durch frühzeitige Prävention und Behandlung dem Fortschreiten der Erkrankung gegensteuern. Da das Herz in vielfältigen Wechselwirkungen mit anderen Organen steht, ist die Herzschwäche eine Erkrankung, die den ganzen Menschen betrifft.
Weitere ausführliche Informationen über Herzschwäche erhalten Sie auch unter www.herzschwaeche-info.de

 

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