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Veranstaltungsdetails

Ausstellung: Julius Neumann – ein jüdisches Leben in der NS-Zeit

Beginn: 21.11.2018 um: 8:00 Uhr
Ort: Oberen Foyer des Rathauses Würzburg (Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 13:30 Uhr)
Ende:
14.12.2018 um: 18:00 Uhr
    
Drucken: Druckausgabe

Es sind nur wenige Doppeltafeln, auf denen das Leben von Julius Neumann nachvollziehbar wird. Ein Leben, das in Schöllkrippen bei Alzenau im Jahr 1891 begann und nach dem Verlust seiner Rechte, seiner Würde, seiner Heimat, seines Vermögens und seiner Familie am 2. Dezember 1944 im Lager Kaufering endete. In Würzburg, wo er nach seiner Heirat ab 1927 lebte und von wo aus er und seine Familie vom Güterbahnhof Aumühle nach Riga deportiert wurden, erinnern Stolpersteine vor dem Haus Rotkreuzstraße 13 ½ an Julius Neumann, seine Ehefrau Marga, Sohn Stefan und Schwiegermutter Adelheid Lein. Sie waren drei Personen von 2070 Juden aus Unterfranken, die zwischen 1941 und 1944 in die osteuropäischen Vernichtungslager geschleppt wurden, von ihnen überlebten nur 63.
Anhand der Gestapo-Akten im Staatsarchiv Würzburg und mit Unterstützung des Johanna-Stahl-Zentrums arbeitete der ehemalige Lehrer Martin Hahn zusammen mit Schülern der Mittelschule Schöllkrippen und dem Heimat- und Geschichtsverein Oberer Kahlgrund e.V. das Leben Neumanns zu einer Ausstellung und Dokumentation auf. Zu sehen ist die Ausstellung ab heute bis Freitag, 14. Dezember 2018, im Oberen Foyer des Rathauses Würzburg (Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 13:30 Uhr).
Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake eröffnete die Ausstellung, die vor allen Dingen eines schafft: Sie vermittelt eindrücklich die Not der Menschen, exemplarisch am Leben von Julius Neumann. Es ist kein einfacher Stoff, den Martin Hahn den Ausstellungsbesuchern zumutet, denn gerade der Zeitraffer reduziert auf die schlimmsten Stationen im Leben der jüdischen Mitbürger: „Die Nationalsozialisten haben den jüdischen Bürgern unserer Stadt alles genommen, ihre Menschen- und Bürgerrechte, ihre Würde und ihr Leben – und wollten, dass nichts mehr an sie erinnert“, sagte die Bürgermeisterin. „Deshalb dürfen wir auch nach 73 Jahren keinen bequemen Schlussstrich unter die damaligen Ereignisse ziehen. Wir sind es den Menschen schuldig, ihnen ein ehrendes Gedenken zu bewahren und ihnen wenigstens ihre Würde zurückzugeben“, sagte die Bürgermeisterin sichtlich betroffen und mahnte: „Auch heute werden täglich Tausende von antisemitischen Äußerungen gepostet. Und diese üble Saat geht auf: Allein im vorigen Jahr wurden 1.453 gegen Juden und jüdische Einrichtungen gerichtet Straftaten registriert.“ Sie forderte: „Wir müssen die Erinnerung an die Shoa wachhalten. Es geht dabei nicht um die Vergangenheit. Es geht um die Zukunft.“ Diese Aufforderung richtet sich ganz besonders an die junge Generation. Zwei Schulklassen mit 45 Schülerinnen und Schülern des Deutschhaus-Gymnasiums waren zur Ausstellungseröffnung gekommen und folgten der filmischen Dokumentation gespannt.
Schulen können die Dokumentation und die Ausstellung beim Veranstalter ausleihen. Kontakt: m-hahn@t-online.de.

Letzte Aktualisierung: 2018-11-22 23:32:57

 

 

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