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Polizeinews
 

Überfall entpuppt sich als frei erfunden – Frust über Internetbekanntschaft mögliches Motiv

Die Geschichte hörte sich schlimm an, die ein 29-Jähriger Anfang Oktober der Kriminalpolizei erzählt hatte. Die Rede war von einer Bedrohung mit einem Messer und dem Raub von 200 Euro, die schließlich intensive Ermittlungen der Polizei in Gang setzten. Dass es der Anzeigeerstatter mit der Wahrheit allerdings nicht so genau genommen hatte, hat sich jetzt bestätigt. Möglicherweise spielte der Frust über eine Internetbekanntschaft beim Motiv eine Rolle.

Der 29-Jährige aus Nordrhein-Westfalen hatte sich einen Tag nach dem angeblichen Überfall per Notruf gemeldet und dabei mitgeteilt, dass er am Hauptbahnhof beraubt worden sei. Er erklärte, er sei in den Abendstunden mit dem ICE aus Kassel gekommen und sei dann auf der Treppe vom Bahnsteig hinunter von zwei unbekannten Tätern mit einem Springmesser bedroht worden. Mit den Worten „Rück dein Geld raus oder wir stechen dich ab“ hätten sie ihn gezwungen, sein Bargeld in Höhe von 200 Euro auszuhändigen. Danach sei das Duo zu Fuß geflüchtet. Angeblich habe er danach einen Polizeibeamten wegen des Überfalls angesprochen, was sich jedoch später ebenfalls als falsch herausstellte. Erst als das angebliche Opfer wegen einer Fußverletzung in einer Würzburger Klinik behandelt wurde, meldete sich der Mann bei der Polizei über Notruf.

Die weiteren Ermittlungen übernahm dann die Kriminalpolizei Würzburg, wobei der Sachbearbeiter bereits in einem frühen Stadium auf Widersprüche aufmerksam wurde. Die durchgeführten Befragungen ergaben keinerlei Hinweise darauf, dass zu dem angegebenen Zeitpunkt im Hauptbahnhof ein derart gravierender Vorfall stattgefunden haben könnte. Auch die Streifenbesatzungen der Bundespolizei hatten nichts dergleichen bemerkt.

Wie sich herausstellte, war der Mann am 08. Oktober nach Würzburg gefahren, um sich hier mit einer Chat-Bekannten zu treffen. Allerdings hatte es sich die Frau offenbar anders überlegt und das Treffen kurzfristig abgesagt. Nachdem der 29-Jährige aufgrund der Enttäuschung sofort nach Hause wollte, allerdings nur für Dienstag eine Bahnkarte hatte, die er nicht mehr umtauschen konnte, erfand er wegen des fehlenden Geldes für eine weitere Bahnkarte die Geschichte vom Überfall. Damit verbunden war für ihn die Hoffnung, dass ihm die Polizei helfen würde.

Die Story vom geraubten Geld ging für den Mann natürlich ordentlich daneben. Statt eines Treffens mit der Internetbekannten bleibt ihm als Erinnerung an seinen Aufenthalt in Würzburg jetzt nur eine Anzeige wegen Vortäuschens eines Raubes.

Nachricht vom 22.11.11 21:34

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