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Gefahr im virtuellen Tunnel

Versuchsperson im virtuelle .

Wie verhalten sich Menschen bei Unfällen oder Bränden in Tunneln? Was kann man tun, um in solchen Gefahrensituationen für mehr Sicherheit zu sorgen? Psychologen der Universität Würzburg erforschen diese Fragen in ihrem neuen 3D-Multisensoriklabor in einer virtuellen Umgebung. Familie Müller fährt auf dem Weg in den Urlaub durch einen mehrere Kilometer langen Straßentunnel. Plötzlich bremsen die Autos, denn weiter vorne ist ein schwerer Unfall passiert. Mehrere Wagen sind beteiligt, einer davon brennt, der Tunnel füllt sich mit Qualm. Die Familie ist wie versteinert – wie soll sie sich jetzt am besten verhalten?
„In einer solchen Situation neigen die Menschen dazu, sitzen zu bleiben und erst einmal zu beobachten, was die anderen machen“, sagt Professor Andreas Mühlberger, Psychologe von der Universität Würzburg. Dabei müssten eigentlich alle schnell aussteigen und zum nächsten Notausgang gehen. Aber auch das klappt in der Regel nicht: „Die Menschen laufen dann eher zurück zum Tunneleingang, weil sie diesen Weg kennen. Die Notausgänge nehmen sie kaum wahr“, so Mühlberger.
Wie Verkehrsteilnehmer bei Feuer in einem Tunnel reagieren, wird am Würzburger Lehrstuhl für Psychologie I erforscht. Den Wissenschaftlern aus dem Team von Lehrstuhlinhaber Professor Paul Pauli und Professor Andreas Mühlberger steht dafür nun eine CAVE zur Verfügung, ein 3D-Multisensoriklabor. Speziell für die psychologische Verhaltensforschung gibt es ein solches Labor sonst nirgendwo in Deutschland.

Die Steuerzentrale des Würz .

Familie Müller fährt auf dem Weg in den Urlaub durch einen mehrere Kilometer langen Straßentunnel. Plötzlich bremsen die Autos, denn weiter vorne ist ein schwerer Unfall passiert. Mehrere Wagen sind beteiligt, einer davon brennt, der Tunnel füllt sich mit Qualm. Die Familie ist wie versteinert – wie soll sie sich jetzt am besten verhalten?
„In einer solchen Situation neigen die Menschen dazu, sitzen zu bleiben und erst einmal zu beobachten, was die anderen machen“, sagt Professor Andreas Mühlberger, Psychologe von der Universität Würzburg. Dabei müssten eigentlich alle schnell aussteigen und zum nächsten Notausgang gehen. Aber auch das klappt in der Regel nicht: „Die Menschen laufen dann eher zurück zum Tunneleingang, weil sie diesen Weg kennen. Die Notausgänge nehmen sie kaum wahr“, so Mühlberger.
Wie Verkehrsteilnehmer bei Feuer in einem Tunnel reagieren, wird am Würzburger Lehrstuhl für Psychologie I erforscht. Den Wissenschaftlern aus dem Team von Lehrstuhlinhaber Professor Paul Pauli und Professor Andreas Mühlberger steht dafür nun eine CAVE zur Verfügung, ein 3D-Multisensoriklabor. Speziell für die psychologische Verhaltensforschung gibt es ein solches Labor sonst nirgendwo in Deutschland.

Wem die Erkenntnisse nutzen
Mit der CAVE wollen die Würzburger Psychologen herausfinden, wie Menschen sich bei Feuer in einem Tunnel verhalten. Aus ihren Versuchen möchten sie Empfehlungen ableiten, wie Tunnel gestaltet sein sollten, um größere Sicherheit zu bieten – zum Beispiel wie die Notausgänge anzuordnen oder zu beleuchten sind, damit sie maximale Beachtung finden.
Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen nicht nur für den Tunnelbau verwendet werden. Auch den Verkehrsteilnehmern sollen sie zu Gute kommen, etwa in Form von Info-Broschüren mit Verhaltensregeln für Tunnel. Denkbar ist auch, dass diese Regeln in den Fahrschulunterricht einfließen oder in regelmäßige Schulungen für Berufsfahrer.
Teil eines bundesweiten Forschungsprojekts
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat für die Anschaffung der CAVE auf dem Campus Nord rund 900.000 Euro zur Verfügung gestellt. Denn das Würzburger Forschungsvorhaben ist Teil des BMBF-Projekts SKRIBT, das für mehr Sicherheit auf Brücken und in Tunneln sorgen soll.
SKRIBT steht für „Schutz kritischer Brücken und Tunnel im Zuge von Straßen“. Koordiniert wird das Verbundprojekt von der Bundesanstalt für Straßenwesen. Zehn Partner sind daran beteiligt, darunter die Universitäten Würzburg, Stuttgart und Bochum sowie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Zur Homepage des Projekts: www.skribt.org
Weitere Nutzung der CAVE
Wenn das auf drei Jahre konzipierte SKRIBT-Projekt beendet ist, können die Würzburger Psychologen das High-Tech-Labor für andere Arbeitsbereiche einsetzen. Ein Schwerpunkt am Lehrstuhl I ist die Erforschung von Angsterkrankungen wie beispielsweise Panikstörungen oder Flugangst – ein Feld, für das sich virtuelle Umgebungen hervorragend nutzen lassen.

Die Professoren Paul Pauli (links) und Andreas Mühlberger leiten den Würzburger Teil des SKRIBT-Projekts. Foto: Robert Emmerich


Im Tunnel brennt ein Lkw: Szene aus einer Simulation in der CAVE, hochaufgelöst und dreidimensional, hier jedoch für den Fotografen in einer zweidimensionalen Darstellung. Foto: Ro Bild vergrößern



Nachricht vom 26.7.12 20:45

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