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Auf Feldforschung in Indien

Blick ins Klassenzimmer der .

Lisa Herrmann ist Master-Studentin am Institut für Musikforschung. Gerade war sie sechs Wochen lang in Indien unterwegs. In Landschulen in Rishi Valley hat sie erforscht, welche Bedeutung Kultur, besonders Musik und Tanz, für die Kinder dort hat. Dabei hat sie manche Überraschung erlebt.

Wer Feldforschung betreibt, sollte bisweilen nicht allzu zart besaitet sein. Es könnte immerhin sein, dass er einem Ritual beiwohnen darf, in dessen Verlauf sieben Hühnern der Hals durchgebissen und das Blut ausgesaugt wird. Doch dazu später mehr.

„Mein Kopf ist noch voll mit Eindrücken. Ich glaube, ich bin noch gar nicht richtig wieder hier.“ Vor nicht einmal zwei Wochen ist Lisa Herrmann aus Indien zurückgekehrt. Mehr als sechs Wochen lang war die 24-Jährige in Rishi Valley im Bundesstaat Andhra Pradesh unterwegs, um dort Feldforschung zu betreiben, wie sie sagt. An den dortigen Landschulen hat sie untersucht, welche Rolle traditionelle Musik und somit Kultur im Alltag der Schulkinder und in deren Unterricht spielen. Über sechs Wochen hinweg hat sie beobachtet, interviewt, aufgenommen, gefilmt, ein Chekka-Paar spielen gelernt – ein Percussion-Instrument, das einer Schelle gleicht – und eine Erfahrung gemacht, mit der sie so nicht gerechnet hatte: „Der Blick auf das Fremde hat meinen Blick auf die Heimat verändert“, sagt sie.

Ein Master ist nicht genug

Lisa Herrmann ist Studentin am Institut für Musikforschung und wird ihr Masterstudium in diesem Sommer abschließen. Ihre beiden Masterstudiengänge – um genau zu sein. Der Master „Musikwissenschaft und Musikpädagogik“ war ihr nämlich nicht genug; sie hat sich zusätzlich noch für den Master „Musikwissenschaft und Ethnomusikologie“ eingeschrieben. „Alle drei Fächer interessieren mich. Außerdem bereichern sie sich gegenseitig“, sagt die Studentin als Begründung. Und Feldforschung ist optionaler Bestandteil des Ethnomusikologie-Studiums. Dass die Reise sie nach Indien führen würde, hatte ganz pragmatische Gründe. „Ich habe zwischen Afrika und Indien geschwankt“, erzählt Lisa Herrmann. Den Ausschlag für Indien gaben dann drei Punkte: Zum einen ist in Indien die Verständigung einfacher – dank seiner Kolonialgeschichte ist Englisch in dem Land weit verbreitet.

Zum zweiten gibt es bereits von Seiten der Universität Würzburg ein Kooperationsprojekt, das sich für Herrmanns Feldforschung anbot: So unterhält der Lehrstuhl für Sonderpädagogik V seit etlichen Jahren Kontakte mit dem Rishi Valley Institute for Educational Resources. Verantwortlich dafür ist Dr. Thomas Müller. Und zum dritten erhielt die Studentin ein Stipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD, der im Rahmen seines Programms „A new Passage to India“ solche Kontakte unterstützt und offen ist für alle Fachrichtungen.

Singen als verbindendes Element

20 Minuten: So lange dauert die morgendliche Versammlung aller Schüler in den Landschulen bevor der Unterricht beginnt. Dann wird gesungen und eine „Puppet Show“, eine Art Schattenspiel mit Stab-Figuren, aufgeführt. „Man will den Kindern durch ein Lied ein Lächeln aufs Gesicht zaubern“, sagt Lisa Herrmann. Zusätzlich verfolgen die Schulen damit pädagogische Ziele: Das gemeinsame Singen erzeugt ein Gruppengefühl; außerdem stellen die Liedtexte häufig einen Bezug zum Alltagsleben der Kinder her. Und natürlich geht es auch darum, traditionelle Volkslieder zu bewahren und an die nächste Generation weiterzugeben.

Für westlich geprägte Ohren wird diese Art von Musik eine neue Erfahrung sein: „Sie ist rhythmisch sehr interessant, im Lebensalltag verankert und es kommen viele Percussion-Instrumente zum Einsatz“, sagt die Studentin. Das bei uns übliche Schema aus Strophen, die sich mit einem Refrain abwechseln, kennen indische Volkslieder unter anderen Schlagworten, auch sie folgen einem festgelegten Aufbau. Noten zum Nachspielen existieren nicht: „Es gibt dort zwar auch eine Notenschrift. Volkslieder werden aber in der Regel nicht aufgeschrieben, sondern von Generation zu Generation mündlich weitergeben“, sagt Lisa Herrmann.

Ein anderer Lebensstil

Winter in Südindien: Das heißt Temperaturen von etwa 30 Grad, die nachts auf angenehme Werte abkühlen. Untergebracht war Lisa Herrmann im German Guesthouse auf dem Campus der Landschulen. Dort hatte sie ein eigenes Zimmer samt eigenem Bad – wobei Bad aus westlicher Sicht relativ ist: Als Dusche fungierte ein Eimer Wasser, der über den Kopf geschüttet wurde; wenn gerade Strom da war, wurde das Wasser sogar warm.

Essen gab es in der Dining Hall einer benachbarten Privatschule oder vor Ort in der Landschule, wo die Mütter in einer Kochnische die Mahlzeiten für Kinder, Lehrer und Besucher zubereiteten. „Super“ war das Essen, sagt Lisa Herrmann – wenn bisweilen auch ungewohnt. „Man isst am Boden sitzend, auch mal von einem Bananenblatt als Teller. Besteck gibt es keines“, erzählt sie.

Ein Handschlag als Highlight

Als Frau nach Indien? Die Schlagzeilen der vergangenen Monate legen den Schluss nahe, dass das keine gute Idee ist. Obwohl sie keine wirklich schlechten Erfahrungen gemacht hat, sagt auch Lisa Herrmann, dass das bisweilen „schwierig“ sein könne – allerdings unter einem ganz anderen Aspekt. „Man wird als Frau erst einmal viel weniger beachtet“, sagt sie. Für eine Wissenschaftlerin, die auf Entgegenkommen und Auskünfte angewiesen ist, sei das nicht gerade ideal und erfordere viel Geduld und Ausdauer. Allerdings hat Lisa Herrmann im Laufe der Zeit einen Zugang zu ihren meist männlichen Gesprächspartnern gefunden: „Wenn man deutlich zeigt, was man möchte und was man kann, funktioniert es“, sagt sie. In ihrem Fall habe es so gut funktioniert, dass ihr Hauptinformant – ein Lehrer, der auch für die Fortbildung seiner Kollegen verantwortlich ist – ihr beim Abschied die Hand gegeben habe. Für sie sei das ein Highlight ihres Aufenthalts gewesen.

Eine wichtige Erfahrung seien die Wochen in Indien für sie gewesen – mal ohne Smartphone, ohne Facebook, ohne den ganzen Komfort, den man zu Hause gar nicht mehr wahrnimmt. „Dann ist alles nicht mehr so selbstverständlich“, sagt sie. Anderen Musikethnologen könne sie jedenfalls nur dringend dazu raten, auf Feldforschung zu gehen – es müsse ja nicht unbedingt so weit wie Indien sein. Ihr habe der Aufenthalt gezeigt, in welche Richtung ihr Weg weiterführen soll: Den Master abschließen und anschließend eine Promotion in Angriff nehmen. In der Wissenschaft – oder in der Kultur – fühle sie sich daheim.

Ein Trance-Tänzer, der Hühner opfert

Und wo bleiben jetzt die „grausam“ geopferten Hühner? Die sind Bestandteil eines Rituals, das Lisa Herrmann zuerst untersuchen wollte – eines sogenannten Trance-Tanzes vor einem Tempel. Teil dieser Religion ist der Glaube, dass Menschen, die in Trance fallen, von einer speziellen Gottheit besessen sind. Die Gottheit spricht dann durch sie; deshalb werden sie von anderen Menschen um Ratschläge gebeten. Lisa Herrmann hatte bereits mit einem Trance-Tänzer Kontakt aufgenommen; dieser war auch bereit, ihr Auskunft zu geben. Als die Studentin dann aber erfuhr, dass der Mann im Verlauf des Rituals, das sie filmen wollte, sieben Hühnern die Kehle durchbeißen und ihnen das Blut aus dem Körper saugen würde, ließ sie aus verschiedenen persönlichen Gründen davon ab. „Als Forscher muss man flexibel sein und, wenn nötig, seine Grundideen modifizieren“, sagt sie.








Nachricht vom 29.1.14 01:20

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