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Uni-Satellit UWE-2 erfolgreich gestartet

UWE-2 im Orbit (Montage Un .

Ursprünglich hätte er schon im Herbst 2008 seine Reise in den Orbit antreten sollen. Immer wieder war dieser Termin verschoben worden. Jetzt hat es endlich geklappt: Am Mittwoch, 23. September, pünktlich um 8.16 Uhr hat der Würzburger Kleinstsatellit UWE-2 vom Weltraumbahnhof Sriharikota in Indien abgehoben.

Die Spannung war groß: Rund 70 Besucher – von Unipräsidenten Axel Haase bis zum Space-Master-Studenten – hatten sich am frühen Mittwochmorgen in der Robotikhalle der Universität Würzburg am Hubland versammelt, um dort den Start der indischen Trägerrakete vom Weltraumbahnhof in Sriharikota zu verfolgen. Was sie per Live Stream eines indischen Nachrichtensenders im Internet zu sehen bekamen, sorgte für Jubel: Pünktlich auf die Minute hob die Rakete ab und verschwand im Himmel.

Mehrere Satelliten an Bord
Hauptnutzlast der Rakete ist der Erdbeobachtungssatellit Oceansat-2 der indischen Raumfahrtagentur. Mit an Bord sind aber auch vier so genannte Pico-Satelliten, hergestellt an den Universitäten in Berlin, Istanbul, Lausanne – und natürlich Würzburg. „Universität Würzburg Experimentalsatellit 2“, kurz UWE-2 heißt der knapp ein Kilogramm schwere Würfel, der jetzt durch den Weltraum kreist.

Von Studenten entwickelt und gebaut
UWE-2 wurde von einer Gruppe internationaler Studenten am Lehrstuhl für Technische Informatik der Universität Würzburg unter der Anleitung von Professor Klaus Schilling entwickelt und realisiert. Die Studenten sind im Space-Master-Studiengang eingeschrieben. In ihrem ersten Semester besuchen sie in Würzburg unter anderem Vorlesungen über Weltraumphysik und die Konstruktion von Raumsonden. Anschließend wechseln sie für das zweite Semester auf den Weltraum-Campus der Universität Lulea in Kiruna. Dort liegen die Schwerpunkte auf Messinstrumenten und Elektroniksystemen für die Raumfahrt. Im zweiten Studienjahr können sich die Studierenden spezialisieren und dazu an eine von sechs Universitäten in Europa gehen.

Clevere Datenverarbeitung mit Miniatursensoren
Aufgabe von UWE-2 ist es, mit einer fortgeschrittenen Software auf der Basis verschiedener Sensordaten möglichst genau seine Position und Ausrichtung zu bestimmen. Die Daten dafür stammen aus einem GPS-Empfänger sowie aus Messungen mit Sonnen-, Magnetfeld- und so genannten Inertial-Sensoren – letztere erfassen Beschleunigungs- und Rotationskräfte. „Die besondere Herausforderung war die clevere Datenverarbeitung mit Miniatursensoren, um im Rahmen der Gesamtsatellitenmasse von nur einem Kilogramm die Blickrichtung des Satelliten zu bestimmen“, erklärte Schilling.

Knapp eine Stunde nach dem Start hat UWE-2 wie geplant die Rakete verlassen und seine Reise um die Erde begonnen. Schon wenig später konnte eine Empfangsstation in Kalifornien die ersten Signale von ihm empfangen. „UWE-2 ist erfolgreich nach oben gekommen und hat den richtigen Orbit gefunden“, freute sich Klaus Schilling. Inzwischen ist UWE-2 auf seiner Umlaufbahn auch über Würzburg hinweggeflogen. „In der Bodenstation der Uni wurden die Signale empfangen und konnten dekodiert werden“, sagte Klaus Schilling. Damit steht fest: UWE-2 funktioniert; die Mission ist ein voller Erfolg. Jetzt kann das UWE-2-Team „den operationellen Betrieb aufnehmen“ und das wissenschaftliche Programm starten.

Vorgänger und Nachfolger von UWE-2
UWE-1, der Vorgänger von UWE-2, war am 27. Oktober 2005 von Plesetsk in Russland aus in den Orbit gestartet. Dort hatte er erfolgreich Experimente zum Internet im Weltall durchgeführt und rund ein halbes Jahr lang Signale zur Erde geschickt.

Und während UWE-1 und -2 um die Erde kreisen sitzen die Studenten von Klaus Schilling schon längst am Nachfolger UWE-3. „Wir wurden dazu eingeladen, mit UWE-3 am Jungfernflug der europäischen Wega-Rakete teilzunehmen“, sagt Schilling. Der Start ist zwar für Dezember 2009 geplant; nach Schillings Kenntnisstand wird er sich jedoch voraussichtlich bis ins Jahr 2010 verschieben.

UWE-3 soll im Unterschied zu seinen Vorgängern in der Lage sein, aktiv seine Position im Weltraum zu steuern. Bis er das kann, ist noch viel zu tun für seine Konstrukteure, die Space-Master-Studenten und die ersten Teilnehmer des Studiengangs Luft- und Raumfahrt-Informatik. Den bietet die Uni Würzburg im kommenden Wintersemester zum ersten Mal an; die Einschreibefrist läuft noch bis Mitte Oktober.








Nachricht vom 24.9.09 12:49

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