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Pharmazie als Comic

Comic-Helden: Die Pharmazie .

„Wie wirkt das Schmerzmittel Diclofenac? Beschreiben Sie es ganz einfach und setzen Sie Ihre Erklärung in Bilder um!“ Das war die Aufgabe bei einem bundesweiten Wettbewerb für Studierende der Pharmazie. Ein Team vom Institut für Pharmazie der Uni Würzburg nahm daran teil – und überzeugte die Jury mit einem Comic, in dem ein Drache und ein Ritter die Hauptrollen spielen.
Ein feuerspuckender Drache hat die Burg in Brand gesetzt, die verzweifelte Prinzessin ist von den Flammen eingeschlossen. Doch da naht der gute Ritter Diclofenac auf seinem Pferd Albumin. Ihm zur Seite steht ein Heer von grimmigen Zitronenmonstern, die ihn in das Gemäuer geleiten. Dort setzt der Ritter den Drachen schachmatt. Das Feuer versiegt, und am Ende hat der Held auch die Prinzessin für sich gewonnen.
Diese Geschichte haben sich Würzburger Pharmaziestudierende ausgedacht, um einfach und verständlich zu erklären, wie das Schmerzmittel Diclofenac wirkt. Der Ritter ist der Wirkstoff. Die brennende Burg stellt entzündetes Gewebe dar. Der Drache ist ein Enzym, das die Entzündung anheizt. Das Pferd Albumin? Steht für ein Protein, das den Wirkstoff im Blut durch den Körper trägt. Die Zitronenmonster versinnbildlichen den sauren pH-Wert, der für die Wirkung des Schmerzmittels wichtig ist. Und die Prinzessin? „Die wird vom edlen Ritter Diclofenac gerettet, so gibt es ein schönes Happy End“, sagt Franziska Schuster.

Kurz vorm Happy End: Ritter .

Comic und animierten Kurzfilm realisiert
Um die Geschichte vom Ritter Diclofenac auch mit Bildern zu erzählen, haben die Pharmaziestuden-tin und ihre Kommilitonen einen Comic und einen animierten Kurzfilm realisiert. Professionelle Hilfe holten sie sich bei Jasmin Kapfelsberger, einer Produktdesignerin aus Coburg. Wie sich die Studierenden das leisten konnten? Der Ausrichter des Wettbewerbs, die Novartis Health Consumer GmbH, hatte alle teilnehmenden Teams für die Visualisierung mit Geld ausgestattet. Fachliche Unterstützung und Anregungen erhielten die Studierenden von ihren Professoren Lorenz Meinel und Petra Högger.
Der „Ritterroman“ überzeugte die Jury des Wettbewerbs „Schmerz im Fokus“: Sie wählte das Würz-burger Team auf Platz drei, was ein Preisgeld von 500 Euro bedeutete. Platz eins ging an Studierende der Uni Mainz, Platz zwei an eine Gruppe aus Hamburg. Ausgezeichnet wurden die drei Bestplatzierten Ende September bei einer Veranstaltung an der Uni Mainz.
Für die Würzburger Studierenden war es allerdings nicht damit getan, sich die Geschichte auszuden-ken und sie in Bilder zu setzen. Der Wettbewerb verlangte auch eine 20 Seiten umfassende wissen-schaftliche Ausarbeitung über den Wirkstoff Diclofenac. „Das war sehr lehrreich“, sagt Student Alexander Schmidt. Literatur recherchieren, die neuesten Studien lesen, die Erkenntnisse daraus korrekt zitieren: „Mir ist klar geworden, was für einen Aufwand eine solche Ausarbeitung bedeutet.“
Was sie durch den Wettbewerb sonst noch gelernt haben? „Aus unserer Fachsprache herauszufin-den. Wissenschaftliche Informationen so herunterzubrechen, dass sie auch für Laien verständlich werden“, erzählt Georg Menacher. Eine Portion Selbsterkenntnis gab’s noch gratis mit dazu: „Es war uns vorher gar nicht bewusst, dass wir schon als Studenten mit Fachbegriffen nur so um uns werfen“, sagt Julia Wagner. Die anderen stimmen ihr zu.
Uni-Radio und mehr Resonanz
Interessant fanden die Studierenden, wie viel Resonanz ihre Teilnahme am Wettbewerb erzeugt hat: „Bei der Preisverleihung in Mainz war die Pharmazeutische Zeitung da und hat etwas geschrieben, und das Würzburger Uni-Radio hat uns interviewt“, so David Gerberich. Und die nächste Aufgabe in Sachen Öffentlichkeitsarbeit wartet schon: Die Fünf sollen ihren Comic auf große Plakate bringen – zur Zierde der Institutsflure.






Nachricht vom 29.11.11 11:59

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