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Der Algerienkrieg im Film

Szene aus einem der ersten .

In Frankreich wurde der Krieg mit Algerien (1954-1962) für lange Zeit weitgehend totgeschwiegen. Ein kulturwissenschaftlicher Studientag an der Uni Würzburg untersucht nun, wie dieser Krieg in Filmen dargestellt wird.
„Mission Accomplished“: Vor diesem Schriftzug posierte US-Präsident George W. Bush im Jahr 2003, um medienwirksam das Ende des Irak-Feldzuges zu verkünden. „Es gibt keinen Krieg ohne Selbstdarstellung“ – diese Einschätzung des französischen Philosophen Paul Virilio stammt aus dem Jahr 1984, und sie gilt bis heute als unbestritten.
Eine Sonderstellung nimmt der Kampf ein, den Algerien gegen die französischen Kolonialherren führte. Dieser längste aller Entkolonisierungskriege (1954-1962) lief weitgehend unbeachtet von der weltweiten Öffentlichkeit ab. Die französischen Medien spielten seine Tragweite herunter, Informationen über seine Gräueltaten drangen erst verspätet an die Öffentlichkeit.
„In Frankreich selbst durfte dieser Krieg sogar erst in den 1990er-Jahren überhaupt als solcher bezeichnet werden“, sagt Irmgard Scharold, Professorin für romanische Kulturwissenschaft an der Universität Würzburg. Im unabhängigen Algerien dagegen avancierte der Krieg schnell zum Gründungsmythos.
Umfangreicher Fundus von Filmen
Der Algerienkrieg steht im Mittelpunkt eines Kolloquiums, das Irmgard Scharold am Freitag und Samstag, 7. und 8. Juni, in Würzburg organisiert. Erstmals geht es dabei um den umfangreichen Fundus von Filmen über den Algerienkrieg. Im Vordergrund steht die Frage, „wie dieser Krieg im Medium Film eine spezifische inhaltliche Kontur und ästhetische Signatur gewinnt“, so die Professorin.
Die Auseinandersetzung mit diesen Filmen hält die Würzburger Kulturwissenschaftlerin für sehr wichtig. Zum einen habe sich die Filmkunst als „die erfolgreichste aller Denkmalformen erwiesen“, wie es der Medienwissenschaftler Knut Hickethier ausdrückt. Zum anderen übernehmen gerade solche Filme eine doppelte Funktion bei der kulturellen Erinnerungsarbeit: als Speicher der Geschichte und als „Vermittlungsinstanzen“ des kulturellen Gedächtnisses.
Ort und Zielgruppe der Tagung
Das Kolloquium „Der Algerienkrieg im Film“ findet am 7. und 8. Juni im Raum 2.012 des Zentralen Hörsaalgebäudes Z6 am Hubland-Campus statt. Studierende und andere Interessierte sind willkommen. Es referieren acht Expertinnen aus Deutschland und Österreich. Das Programm:

Freitag, 7. Juni
14:00 Uhr Eröffnung
14:15 Uhr: „Entangled histories – Frankoalgerische Erinnerungskriege um den algerischen Unabhängigkeitskrieg“, Elisabeth Arend (Bremen)
15:15 Uhr: „Die Verschränkung von mémoire collective und individueller Erinnerungsarbeit in La Nouba des femmes du Mont Chenoua (1978) von Assia Djebar“, Annette Keilhauer (Erlangen-Nürnberg)
16:45 Uhr: „Le coup de Sirocco (1979): Eine jüdische Perspektive auf den Algerienkrieg“, Danielle Dahan-Feucht (Konstanz)
17:45 Uhr: „«Le silence après la guerre» Amnesie und Hypermnesie – die Erinnerung an den Algerienkrieg in Frankreich“, Cornelia Ruhe (Mannheim)

Samstag, 8. Juni
8:30 Uhr: „Alain Resnais‘ Muriel ou le temps d‘un retour (1963) – Fragmente einer individuellen und kollektiven Verdrängung des Algerienkriegs“, Michaela Weiß (Erlangen-Nürnberg)
9:30 Uhr: „17 octobre 1961 – Die Inszenierung polyphoner Erinnerungen in Alain Tasmas Film Nuit Noire (2005)“, Birgit Mertz-Baumgartner (Innsbruck)
11:00 Uhr: „«De la honte à l’Honneur» Das Schicksal der Harkis in Literatur und Film: Mon père ce harki (2003) von Dalila Kerchouche und Harkis (2006) von Alain Tasma“, Beate Burtscher-Bechter (Innsbruck/Wien)
12:00 Uhr: „«Un neutre vous parle» – Godards Le petit soldat (1960/63) als Versuch einer ‘écriture blanche de la guerre’?“, Irmgard Scharold (Würzburg)
13:00 Uhr: Abschlussdiskussion








Nachricht vom 4.6.13 17:44

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