Partner Seiten
Webhosting
Webhosting Domain ab 1,79 Euro/M PHP5, MySQL5,

Webktalog - Verzeich.
Kostenfreies Webv-erzeichnis

Frankentipps.de
Das Veranstaltungs-portal für Franken
Frankentipps.de

Webdesign
Portalscripte und Webdesign

Stadt Würzburg
Internetauftritt - Stadt Würzburg Würzburg

Datenschutz
etracker more than analytics

Werbung 

ticker5

Vom Nil über die DDR ins WWW

Die Papyrus-Sammlung der Würzburger Universitäts-bibliothek hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Forschungsge-meinschaft wird sie nun digitalisiert und in einem Online-Portal im WWW erfasst. Mai 1988: Auf die Schreibtische der Universitätsbibliothek Würzburg flattert Post aus dem Bundesministerium für Innerdeutsche Beziehungen. Kommentarlos wird mitgeteilt, dass im Rahmen eines Kulturgutabkommens mit der DDR antike Papyrus-Fragmente aus den Jahrhunderten um die Zeitenwende an die Bibliothek zurückgeführt werden sollen – sehr zur Überraschung der Bibliothekare. Denn die Papyri, die noch vor dem Zweiten Weltkrieg zur konservatorischen Bearbeitung von Würzburg nach Berlin gebracht worden waren, schienen im Chaos der letzten Kriegstage untergegangen zu sein.
Zwar hatten die Mitarbeiter der Universitätsbibliothek in der Zeit des Kalten Krieges bei der Akademie der Wissenschaften der DDR nach dem Verbleib der Papyri gefragt. Doch von dort kam die Antwort, dass über die antiken Textdokumente nichts bekannt sei. So hatten sich die Würzburger damit abgefunden, dass ein Teil ihrer außergewöhnlichen Sammlung für immer verloren war. Nur die 127 Papyri, die bis zum Jahr 1935 restauriert wieder nach Würzburg zurückgelangt waren, lagen noch vor. Bislang sind sie nur unvollständig erforscht.
Erworben wurden die Papyrus-Fragmente in den Jahren 1902 bis 1913 vom „Deutschen Papyruskartell“, einer Einkaufsgemeinschaft wissenschaftlicher Institutionen. Eine großherzige Spende des Mathematikers Friedrich Prym, der von 1869 bis 1909 Professor an der Uni Würzburg war, hatte den Ankauf der Dokumente aus dem Alten Ägypten ermöglicht. Seitdem beruht das Wissen über die Sammlung im Wesentlichen auf Kurzaufsätzen, die der in Würzburg und Berlin wirkende Althistoriker und Altphilologe Ulrich Wilcken (1862-1944) geschrieben hat.
Doch zurück ins Jahr 1989. Damals waren die Würzburger Bibliothekare gleich doppelt erstaunt. Zum Einen, weil im März tatsächlich die verloren geglaubten Papyri mit den Inventarnummern 159 bis 247 in Würzburg eintrafen. Zum Anderen, weil eben die Papyri mit den Nummern 128 bis 158 bei der Lieferung aus der DDR nicht dabei waren. Und es fehlten zahlreiche Papyri in demotischer Schrift unter den ansonsten überwiegend in Griechisch gehaltenen Dokumenten (seit der Eroberung durch Alexander den Großen bis ins siebte Jahrhundert nach Christus war Griechisch in Ägypten Amtssprache).
Wo befinden sich diese Papyri jetzt? Diesem und anderen Geheimnissen soll bei einem Projekt der Universitätsbibliothek und des Lehrstuhls für Klassische Philologie I auf den Grund gegangen werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben finanziell. Warum es fast 20 Jahre gedauert hat, bis sich die Universitätsbibliothek nun endlich ihren Papyri widmet? „Es ist schwer, kompetente Papyrologen zu finden, von denen gibt es nicht so viele auf der Welt“, erklärt Hans-Günter Schmidt von der Unibibliothek. In den 90er-Jahren seien zwar einzelne Papyri ediert worden, doch für ein Langfristvorhaben habe man keinen Spezialisten gewinnen können.
Jetzt aber kam der Zufall zu Hilfe: Der junge Papyrus-Experte Holger Essler, der an der Universität Oxford in England forschte, stand kurz vor dem Ende seines dortigen Projekts. Er war bereit, die Aufarbeitung der Papyri zu übernehmen. Essler stammt aus der Gegend von Nürnberg und hat an der Uni Würzburg bei Professor Michael Erler Graezistik studiert. „Ich wusste schon im zweiten Semester, dass ich Papyrologe werden will“, sagt der heute 30-Jährige. Sein Professor unterstützte ihn dabei. Er verhalf ihm zu einschlägigen Kontakten und vermittelte ihm noch während der Studienzeit Aufenthalte bei Payprus-Experten in Oxford und Pisa. Nach dem Studium arbeitete Essler dann zwei Jahre lang in Neapel für das „Centro Internazionale per lo Studio dei Papiri Ercolanesi“, ein internationales Kollegium aus zehn bedeutenden Papyrus-Forschern. Dieser Gruppe gehört auch Professor Erler an.
In dem DFG-Projekt werden die Papyri digitalisiert und erstmals vollständig in einer Datenbank erfasst. Technisch schließt sich die Uni Würzburg dabei dem Papyrus-Projekt Halle-Jena-Leipzig an, das die Keimzelle eines gesamtdeutschen Papyrusportals bilden soll ( http://papyri-wuerzburg.dl.uni-leipzig.de/). Durch die Vernetzung mit anderen digitalisierten Papyrus-Sammlungen erhoffen sich die Forscher neben der einfacheren Zugänglichkeit via WWW einen echten Mehrwert für die Papyrologie.
Erste Untersuchungen Esslers haben bereits Verbindungen zwischen Würzburger, Straßburger und Londoner Papyri hergestellt. Weitere Beziehungen, etwa zu Sammlungen anderer Teilnehmer des damaligen „Papyruskartells“ (Berlin, Leipzig, Straßburg, Heidelberg, Marburg oder Freiburg) sind wahrscheinlich. Teileditionen sollen einzelne der vom zweiten Jahrhundert vor bis ins siebte nach Christus datierenden Dokumente besonders detailliert erschließen. In einem zweiten Abschnitt soll dann die Erwerbungs- und Bestandsgeschichte der Würzburger Sammlung geklärt werden. Dann möchten die Forscher auch dem Schicksal der noch immer vermissten 30 Inventarnummern nachgehen – weitere Überraschungen sind dabei nicht ausgeschlossen.

"Holger Essler zeigt den ältesten und einzigen Editionsband über die Würzburger Papyri. Er stammt aus dem Jahr 1934 (Berlin) und wurde von Ulrich Wilcken geschrieben. Sein Titel: „Mitteilungen aus der Würzburger Papyrussammlung“. (Foto Robert Emmerich)"

Der Würzburger Papyrus mit der Inventarnummer eins, der so genannte Sosylos-Papyrus in griechischer Schrift, entstanden um das Jahr 100 vor Christi Geburt. Das Fragment berichtet von einer Seeschlacht zwischen den Karthagern und der mit den Römern verbündeten Flotte aus Marseille. Bei dieser Episode aus den Punischen Kriegen könnte es sich vielleicht um die Schlacht handeln, die 217 vor Christus an der Ebro-Mündung tobte. Der Papyrus ist das einzige erhaltene Zeugnis des pro-karthagischen Historikers Sosylos. Repro: Unibibliothek
"Der Würzburger Papyrus mit der Inventarnummer eins, der so genannte Sosylos-Papyrus in griechischer Schrift, entstanden um das Jahr 100 vor Christi Geburt. Das Fragment berichtet von einer Seeschlacht zwischen den Karthagern und der mit den Römern verbündeten Flotte aus Marseille. Bei dieser Episode aus den Punischen Kriegen könnte es sich vielleicht um die Schlacht handeln, die 217 vor Christus an der Ebro-Mündung tobte. Der Papyrus ist das einzige erhaltene Zeugnis des pro-karthagischen Historikers Sosylos. Repro: Unibibliothek"








Nachricht vom 11.9.07 20:26

Werbung 
Werbung 
Nachrichten von unser würzburg.de

Regio - Lexikon A-Z
- Mehr aus unserer Region

Lieferservice Online
- Lieferservice aus WÜ

Kino TV

Die aktuellen Top- Kinofilme der Woche. Aktuelle Szene, Interviews und einen Blick hinter die Kulissen. Zu den Filmen!

Gastroführer Online!
- Aus Gastronomie A-Z

U.a. bei uns gelistet
- Aus Wirtschaft A-Z

Bilderrätsel
Mitmachen & gewinnen!!

Unsere Freizeit Tipps!
- Aus Freizeit A-Z

Galerie Zufallsbild
- Bilder aus Würzburg

Vereine in Würzburg!
- Aus Vereine A-Z
Würzburg Vereine  17  

Erotik in Würzburg


Gratis Newsletter
Hier nichts eintragen!


Warning: Unknown: open(/var/www/vhosts/unser-wuerzburg.de/tmp//sess_qjalf5arcgpg38m8a6n01mcgk2, O_RDWR) failed: No such file or directory (2) in Unknown on line 0

Warning: Unknown: Failed to write session data (files). Please verify that the current setting of session.save_path is correct (/var/www/vhosts/unser-wuerzburg.de/tmp/) in Unknown on line 0