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Schule im Labor

Die Laborschule Bielefeld wurde von Hartmut von Hentig gegründet und 1974 eröffnet. 660 bis 690 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 16 Jahren besuchen diese Schule. Am Ende ihrer Schulzeit können die Jugendlichen alle Abschlüsse erwerben, die Regelschulen auch vergeben. Sie ist eine integrierte Gesamtschule mit einem besonders umfassenden Integrationsanspruch: Sie wird von Kindern besucht, die ohne sie in Vor- oder Grundschulen, Gymnasien, Haupt-, Real- oder Sonderschulen zu finden wären, und sie behält diese Kinder ohne jegliche äußere Leistungsdifferenzierung bis zum Ende ihrer Schulzeit zusammen in ihren Gruppen. Die Schule hat den zeitlich und inhaltlich unbegrenzten Versuchsauftrag, neue Wege des Lehrens und des Lernens zu erproben, zu evaluieren und der Gesellschaft gegenüber zu rechtfertigen. Dafür ist sie in Vielem von staatlichen Vorgaben freigesetzt. Höchst aktuell ist die Laborschule, weil sie auch nach 30 Jahren - trotz hervorragender Ergebnisse - in der deutschen Bildungslandschaft exotisch geblieben ist. Dr. Birgit Hoyer, Leiterin der Geschäftsstelle des Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Uni Würzburg, sprach mit Prof. Susanne Thurn, Schulleiterin und Professorin an der Uni Bielefeld, während der Tagung „Arbeitsplatz Schule – Lehrerprofessionalität und Unterrichtskultur“.
Hoyer: Sie strahlen so. Hat Ihre Begeisterung für die Laborschule nie nachgelassen?
Thurn: In dieser Schule macht es einfach allen Spaß zu arbeiten – Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Natürlich hat sich die Schule in den ganzen Jahren auch verändert. Wir lernen immer noch dazu. Aber die Grundprinzipien sind gleich geblieben und ganz wichtig ist dabei: Keine äußere Leistungsdifferenzierung. In jeder Gruppe sitzen Schülerinnen und Schüler jeden Leistungsvermögens.

Hoyer: Ist das Nein zur Leistungsdifferenzierung das einzige Grundprinzip?
Thurn: Die Verschiedenheit ist unser Reichtum. Die Unterschiede ihrer Kinder sollten für alle Schulen kostbares Geschenk sein, nicht notwendiges Übel. Ein Aufnahmeschlüssel sichert uns die Unterschiedlichkeit der Schüler. Nur wenn wir das ganze Spektrum abdecken, nur dann können wir Modell für die Schule der Zukunft sein. Heterogenität ist für uns ein ganz wichtiges Prinzip. Aber das gilt nicht nur für unsere Schule: Homogenes Lernen kann nicht wirklich gut gelingen. Schülerinnen und Schüler sind einfach verschieden, und da ändert auch unser dreigliedriges Schulsystem nichts daran. Lernalter und Entwicklungsalter können bis zu vier Jahren differieren, ohne dass von einer Behinderung zu sprechen ist. Deshalb kann es nicht sein, dass für alle in jeder Unterrichtsstunde ein gemeinsames Lernziel gilt. Das führt dazu, dass sich die einen erbärmlich langweilen und die anderen heillos überfordert sind, beide ständig frustriert werden. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen möglichst nicht – wie mein Neffe mit sechs Jahren nach wenigen Wochen Schule - sagen: „Da geh’ ich nicht mehr hin, da verdirbt man sich ja den ganzen Tag mit“. Derzeit werden überall die alten Methoden der Prüfung zur Auslese, beginnend mit neunjährigen Kindern, verschärft, die doch nachweislich – vergleicht man mit den sowohl erfolgreichen als auch sozial ausgleichenden Ländern - zum schlechten Abschneiden bei PISA geführt haben. Das kann letztlich nur zum Knall führen.

Hoyer: Wie schaffen Sie es, diese Prinzipien täglich im Unterricht umzusetzen?
Thurn: Die Schule muss unseres Erachtens Polis sein, eine sich selbst regelnde Gemeinschaft. Demokratie muss man in der Schule täglich erleben. Miteinander lernen heißt auch miteinander leben. Ein Leitsatz in unserem Unterricht ist deshalb: So wenig Belehrung wie nötig, so viel Erfahrung wie möglich. Unsere Kinder und Jugendlichen können Demokratie täglich lernen, bekommen die nötige Zeit, eine Meinung zu haben, sie zu überdenken, sie zu erweitern, zu verändern, zu verwerfen, sie gegen Andersdenkende zu verteidigen. Vor allem sollen sie nie ihre Meinungen - und sei es durch Schweigen - verleugnen müssen.
Wir haben für unsere Schule einen über elf Jahre gedachten Bildungsgang entwickelt. Dieser beginnt ein Jahr früher als die Regelschule und führt in vier Stufen zu allen möglichen Abschlüssen.

Hoyer: Welche Rolle spielen dabei die Lehrerinnen und Lehrer?
Thurn: Unsere Lehrerinnen und Lehrer brauchen – wie übrigens alle – ein hohes diagnostisches Wissen und viel Zeit mit den Kindern. In der ersten Stufe bis zur 2. Klasse sind 16 Kinder in einer Gruppe und werden von 8.30 bis 12.30 von einer Lehrerin begleitet. Die Lehrer bilden sich gegenseitig fort. Im Projektunterricht wiederum arbeiten Lehrerinnen und Lehrer mehrerer Erfahrungsbereiche zusammen. Wichtig ist, dass die Kinder und Jugendlichen so angenommen werden, wie sie sind und sein können - nicht, wie sie sein sollen. In der Schule sollen sie immer einen Erwachsenen finden, dem sie vertrauen und der für sie Zeit hat, wenn sie einen brauchen - zugleich aber keinen, der sich ungebeten in ihr Leben einmischt.

Hoyer: Wie charakterisieren Sie Ihre Schule?
Thurn: Es ist eine Schule, in der Lernen nicht durch Zwang gefördert wird - in der Notengebung und darauf aufbauend Auslese als pädagogische Mittel weitgehend, bis zum Ende der 9. Klasse nämlich, ausscheiden. Sie ist eine Schule, in der Kinder und Jugendliche zum Lernen ermutigt, nicht durch Noten gedemütigt werden.
Prof. Susanne Thurn, Schulleiterin und Professorin an der Uni Bielefeld
"Prof. Susanne Thurn, Schulleiterin und
Professorin an der Uni Bielefeld. (Bild: Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung)"

Quelle: Universität Würzburg








Nachricht vom 30.10.07 14:55

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