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Laufmaschen-Susi gewinnt Wettbewerb

Die glücklichen Gewinner de .

Ein Semester lang haben Studierende im 5-Euro-Business-Wettbewerb eigene Geschäftsideen entwickelt * parallel zum Studium. Jetzt wurden die Sieger gekürt. Den ersten Platz und einen Sonderpreis gleich noch dazu holte sich die Laufmaschen-Susi.

So sieht der Schrecken vieler Frauen aus: An der Strumpfhose bildet sich eine Laufmasche, und das ausgerechnet am Freitagabend beim Feiern im Club. Wäre da nicht ein Automat prima, aus dem man sich schnell eine neue Strumpfhose ziehen kann?

Aus dieser Überlegung haben vier Studierende der Uni Würzburg ihren Geschäftsplan für den 5-Euro-Business-Wettbewerb
entwickelt: Sie wollen Strumpfhosen-Automaten in Kneipen, Bars und Clubs aufhängen, um potenzielle Kundinnen auf den Online-Shop aufmerksam zu machen, das eigentliche Herz des Unternehmens. Dort gibt es hochwertige Designer-Strumpfhosen zu kaufen.

Pin-Up-Girl als Marke etabliert

Als Marke für ihr Projekt haben die Studierenden die Laufmaschen-Susi geschaffen, eine moderne Version eines Pin-Up-Girls der 1950er-Jahre. Susi prangt auf den Automaten, Susi ist bei Facebook, Susi hat ihre eigene Homepage. Dort führt sie Tagebuch, dort stellt sie auch das Team vor, dem sie ihr Leben verdankt: Das sind die Psychologiestudentinnen Anna-Lina Blank und Juliane Waßmuth sowie Kristina Holz und Andreas Götz, die Wirtschaftswissenschaften studieren.

Susi veranstaltet auch Events. Ihre 50er-Jahre-Party mit Modenschau in einer Würzburger Cocktailbar war bestens besucht. *Die Party war zuerst nur als Marketing-Gag gedacht. Als sie dann so gut lief, haben wir Susi-Events als drittes Standbein für unser Unternehmen gewählt*, sagt Kristina Holz.

Gute Pressearbeit brachte Sonderpreis

Auf allen Kanälen Susi: Den konsequenten Aufbau und Einsatz dieser Marke lobte die Jury des 5-Euro-Wettbewerbs besonders und wählte die Laufmaschen-Susi zur Gewinnerin des Wettbewerbs. Mit dem Preisgeld von 800 Euro wollen die vier Studierenden ihr Geschäft weiter vorantreiben. Mit Susi holten sie auch noch den Pressepreis und damit weitere 150 Euro
* dank der erfolgreichen Pressearbeit, mit der sie Susi zu Auftritten in mehreren Zeitungen und im Radio verholfen haben.
Susi im Internet: www.maschen-susi.de

Worum es im Wettbewerb ging

Sieben studentische Teams hatten im 5-Euro-Business-Wettbewerb bis zum Ende durchgehalten. Die Aufgabe bestand darin, mit nur fünf Euro Startkapital in zehn Wochen ein Unternehmen aufzubauen. Zur Unterstützung gab es Workshops und Beistand von *Paten* aus der Wirtschaft. Hauptziel des Wettbewerbs ist es, bei Studierenden den Gründergeist zu wecken. Die drei Preisträger wurden am Dienstagabend, 14. Februar, im Mehrzwecksaal der Hubland-Mensa gekürt.

Campus-Touren auf dem zweiten Platz
David Bobisch, Lehramtsstudent in Deutsch und Geschichte, holte sich den zweiten Platz und damit ein Preisgeld von 600 Euro. Sein Ein-Mann-Unternehmen Campus-Touren bietet Stadtführungen an, in denen die über 600 Jahre lange Geschichte der Universität Würzburg thematisiert wird * ein Bereich, der im touristischen Angebot der Stadt bislang gefehlt hat. Die Jury lobte unter anderem Bobischs professionelles Auftreten und seine Aktivitäten, mit denen er sich in Stadt und Universität wertvolle Netzwerke geschaffen hat.
Zur Homepage von Campus-Touren: www.campustouren.de

Duftende Papiertüten auf dem dritten Platz

International und interkulturell ist das Geschäftsprojekt der Studenten Michael Bock, Quang Hai Nguyen und Dominik Ruppert * und das gefiel der Jury sehr gut. Das Dreierteam hat Geschenktüten aus handgeschöpftem Papier importiert, die in Indien in einem sozialen Projekt hergestellt werden. Die Studenten verfeinern die Tüten mit Düften (*Zimt und Apfel zur Weihnachtszeit, Zitrone zum Frühjahr*) und vertreiben sie über den Einzelhandel. Ihr Projekt *Cheiro* (portugiesisch für *Duft*) bekam den dritten Preis und damit 400 Euro.

Geschäftsideen der übrigen Teams

Die vier Teams, die am Ende nicht zu den Siegern gehörten, hatten über das Semester hinweg ebenfalls spannende Geschäftsideen vorangetrieben. Zum Beispiel Anti-Wackel: Philipp Kiencke und Robert Anselm Dieter am Wege (beide aus den Wirtschaftswissenschaften) stellten ein flaches Kissen in Scheckkartengröße vor, das sich von selbst aufbläst. Unter ein Tischbein gelegt, lassen sich damit wackelnde Tische standfest machen. Das Kissen ist beidseitig bedruckbar und eignet sich so als Werbeträger für Firmen.

Einen USB-Stick hat man meist dann nicht zur Hand, wenn man ihn braucht. Für Abhilfe sorgen Informatikstudentin Esther Feichtner und die Wirtschaftswissenschaftlerinnen Daniela Garcke und Felicitas Ntomchukwu: Sie haben Armbänder aus Swarowski-Kristallen kreiert, deren Verschluss aus einem USB-Stick besteht. Ihr Team Storage Crystals betreibt einen Online-Shop.

Hartes Gestühl im Hörsaal, harte Sitze im Uni-Foyer, harte Bänke im Park. Auf Dauer kann das unbequem werden * warum also nicht Laptop-Taschen polstern und bedrucken, so dass sie schicke Sitzkissen abgeben? Die Idee für solche Sitbooks hatten die Lebensmittelchemie-Studenten Emil Wendeler , Harald Schuchardt und Ersan Elemen. Von letzterem stammen das Video und der Rap, mit dem das Sitbook-Team der Jury seine Idee anpries.

W(ü)C-Weisheiten: Viele Toilettenwände in der Universität sind mit mehr oder weniger tiefsinnigen Sprüchen beschrieben.
*No Brain = No Pain* ist nur einer davon. Nanostrukturtechnik-Student Ulrich Müller und Anna-Maria Mark, die unter anderem Germanistik und Geschichte studiert, sammeln die coolsten Sprüche, lassen sie professionell fotografieren, drucken sie auf Poster und Postkarten und verkaufen diese dann.

Universität will Gründergeist fördern

Wie gründe und führe ich ein Unternehmen? Auf diesem Gebiet wolle die Uni Würzburg ihre Studierenden fördern, wie amtierender Kanzler Uwe Klug bei der Veranstaltung sagte: *Die Universität sieht das als eine ihrer zentralen
Aufgaben.* Um dieses Ziel zu erreichen, führe sie zum Beispiel den 5-Euro-Wettbewerb durch. Weiterhin wurde ein Lehrstuhl für Unternehmensgründung und Unternehmensführung geschaffen, der auch fächerübergreifende Lehrveranstaltungen anbietet. Und im Servicezentrum Forschung und Technologietransfer (SFT) bekommen Erfinder und Gründer aus der Universität Beratung, Unterstützung und Fortbildung.

Alles in allem herrscht an der Uni eine sehr gute Gründungsatmosphäre: Zu diesem Schluss kam 2011 das Ranking *Vom Studenten zum Unternehmer: Welche Universität bietet die besten Chancen?*, durchgeführt von der Universität München.

Organisatoren und Förderer des Wettbewerbs

Der Career Service der Universität Würzburg hat den 5-Euro-Business-Wettbewerb organisiert. Dieser ist ein Projekt des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft und des Hochschulprogramms für Unternehmensgründungen (Hochsprung). Im Wintersemester 2011/12 wurde der 5-Euro-Wettbewerb in Augsburg, Erlangen-Nürnberg und Würzburg * hier bereits zum achten Mal * durchgeführt. Hauptsponsoren sind die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber, die Sparkasse Mainfranken und die Interessengemeinschaft süddeutscher Unternehmer.








Nachricht vom 17.2.12 18:34

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